Rohstoffe
Experten warnen vor der Goldblase

Die rasant schwankenden Aktienmärkte und unsichere Staatsfinanzen treiben immer mehr Privatanleger in den Goldkauf. Doch Experten warnen vor einem Hype - und einer möglichen Blase.
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MünchenImmer mehr verunsicherte Privatanleger lassen die Finger vom krisengeschüttelten Aktienmarkt. Vom riskanten Goldkauf und massiven Werteinbrüchen des Edelmetalls lassen sie sich aber nicht abschrecken. Im Gegenteil: Da wird der Absturz des Goldpreises um fast 300 Dollar vergangene Woche als Chance genutzt, sich erneut massenhaft einzudecken - zu Spitzenpreisen um die 1600 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm). Vermeintliche Sicherheit um fast jeden Preis ist in Zeiten fragiler Währungen und Staaten gefragt wie nie zuvor.

Goldhändler wie Pro Aurum in München melden Lieferengpässe wie nach der Lehman-Bank-Pleite 2008. Goldbarren-Produzenten wie Heraeus müssen Extraschichten einlegen, und bei der Reisebank ging zeitweise der Krügerrand aus. Nach Ansicht von Carsten Fritsch von der Commerzbank wird der Goldpreis schon bald wieder davon ziehen. „Der Aufwärtstrend ist nach wie vor intakt, Gold wird wieder teurer“, sagt der Volkswirt. Alle wichtigen Daten sprächen dafür. Die Euro-Schuldenkrise könne so schnell nicht gelöst werden.

Die Wertentwicklung von Gold kann sich trotz des jüngsten Rückschlags sehen lassen. Der Preis hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdreifacht. Im Frühjahr 2008 notierte Gold erstmals über der 1000-Dollar-Marke, vor gut drei Wochen erstmals über 1900 Dollar. Doch die Warnungen vor einer Spekulationsblase und ihrem jähen Ende werden immer lauter.

Dem Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, ist die aktuelle Euphorie fast unheimlich. „Das ist die vielleicht größte Blase der Welt“, mahnt der Aktionärsschützer zur Vorsicht. Ein Gold-Investment könne derzeit risikoreicher sein als der Kauf solider Aktien. Der Goldpreis sei unberechenbar. „Wer einsteigt, macht sich von den aktuellen politischen Entscheidungen abhängig“, gibt Tüngler zu bedenken.

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Spekulanten dominieren den Markt

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  • meinen ehrlichen Beileid .... insbesondere wenn ich die heutigen Kurse so betrachte!!!
    Aber im Ernst, natürlich wird es noch tiefere Goldkurse (irgendwann) geben, aber das selbe gilt auch für Aktien, wenn auch viel kurzfristiger. Das besondere an der derzeitigen Lage ist jedoch, dass es eine vergleichbare Situation weltweit noch nie gab. Letzendlich kann man weder Gold noch Aktien essen, wer also nicht gerade Ackerland kauft ist aufs pure Spekulieren angewiesen und absolut GARNICHTS weisst auf eine leichte Lösung der Schuldenproblematik hin. Wer kauft schon Autos oder sonst irgendein Produkt, dass nicht der unmittelbaren Ernährung dient, um Aktien zu stützen, wenn alles bergab geht? Das selbe gilt für Gold. Die Frage ist doch nur, was bricht zuerst und was zuletzt zusammen. .... und da siehst -- auch auf dem derzeitigen Stand -- nicht schlecht für Gold aus.

  • Heute ist Tag der deutschen Einheit. Heute steigt Gold schon wieder steil nach oben. Mit anderen Worten: Die Goldblase ist also eben am "platzen". Wie schon früher geschrieben: Diese "Experten" sollten vielleicht doch mal etwas nachsitzen. Das Platzen einer Blase ist etwas anderes als die gegewärtige kataklytische Volatilität in den Märkten,die uns - zugegeben - allne grosse Sorgen macht. Aber letztlich so vorhersehbar war, bis die PIIGS-Länder endlich Schuldenschnitt oder Euro-Austritt gewährt erhalten. Und vielleicht sollten diese "Experten" auch mal etwas tiefer in die Materie Gold-Geld eintauchen, um zu verstehen, was hier überhaupt geschieht. Ich würde mich selber nie als Experten bezeichnen. Aber über so viel Ahnungslosigkeit wundere ich mich dann eben schon.

  • Okay !
    Alles verkaufen und rein in Euro-Zonen-Bonds!

    Bei jeder Konsolidierung "platzt" irgend etwas - ich möchte mal etwas Neues hören!

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