Rohstoffe
Fallender Dollar-Kurs stützt Gold und Rohöl

Ein schwächerer Dollar hat am Freitag die Kurse für Edelmetalle und Rohöl gestützt. Eine Abwertung der Währung macht diese Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA günstiger.
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HB FRANKFURT. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der richtungweisenden US-Ölsorte WTI kletterte nach dem 2,5-Dollar-Kurssturz vom Vortag wieder über die Marke von 77 Dollar. Am Mittag notierte das Fass bis zu 0,3 Prozent im Plus bei 77,20 Dollar. Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 76,31 Dollar. Weitere größere Kursgewinne seien angesichts der anhaltend schwachen US-Nachfrage aber nicht zu erwarten, betonte Analyst Andrej Kruschenkow von VTB Capital. Christophe de Margerie, Chef des französischen Ölkonzerns Total, betonte, vor dem Hintergrund der aktuellen Lage bei Angebot und Nachfrage müsste der Ölpeis eigentlich niedriger liegen.

Die Analysten von Bank of America-Merrill Lynch haben am Freitag ihr Preisziel für ein Fass US-Öl WTI für 2010 auf 85 von 75 Dollar angehoben. Die Experten begründeten dies mit einer stärker als erwartet ausfallenden Erholung der Weltwirtschaft und erwarten daher eine stärkere Ölnachfrage. Auch für Brent hob die US-Bank ihre Prognose auf 85 von 75 Dollar an.

Eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold kostete 1106,90 Dollar. Damit hielt sich das Edelmetall in Reichweite seines am Vortag markierten Rekordhochs von 1122,85 Dollar. "Sobald der Goldpreis unter 1100 Dollar fällt, werden wir sicher Käufe von Schnäppchenjägern sehen", sagte Analyst Kazuhiko Saito vom Rohstoffbroker Fujitomi. Schließlich gebe es immer noch jede Menge Kapital, das auf der Suche nach Investmentmöglichkeiten in den Rohstoffmarkt fließe.

Bei den Industriemetallen verteuerte sich Kupfer trotz eines erneuten Anstiegs der LME-Lagerbestände auf 6525 Dollar je Tonne. Fundamentale Faktoren spielten derzeit nur eine untergeordnete Rolle, betonte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Entscheidend sei der Konjunkturoptimismus der Anleger. Sein Kollege Robin Bhar von der Investmentbank Calyon sagte: "Die aktuelle Nachfrageschwäche beunruhigt den Markt nicht allzu sehr, da alle die Daumen für eine Erholung im kommenden Jahr drücken."

Der Preis für Wismut rutschte dagegen im Vergleich zum Freitag der Vorwoche um sechs Prozent auf acht Dollar je Pfund ab. Börsianer begründeten dies mit einer schwachen Nachfrage nach dem Metall, das unter anderem als Farbpigment in wetterfesten Lacken und Kunststoffen genutzt wird. Bis zum Jahresende müsse mit einem weiteren Verfall gerechnet werden, betonte Wang Wei von der China Nonferrous Metals Industry Association.

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