Rohstoffe
Frachtraten verteuern Kohle

Die Bedeutung des Energieträgers Kohle nimmt weiter zu. Trotz der gestiegenen Transportkosten gilt international gehandelte Kohle als „wettbewerbsfähiger Energieträger mit Zukunft“, sagen deutsche Experten.

DÜSSELDORF. Sie betonen den Preisvorteil von Weltmarktkohle gegenüber europäischer Kohle sowie gegenüber Öl und Gas. Steinkohle steuert derzeit 26 Prozent zum globalen Primärenergieverbrauch bei.

Diese festen Brennstoffe haben ihren Anteil am Weltenergiemix in den letzten Jahren stetig erhöhen können, was primär auf den rasanten Ausbau der Kohleproduktion Chinas zurückzuführen ist. Mehr als 70 Prozent der globalen Steinkohleproduktion werden heute zur Stromerzeugung eingesetzt.

Der Elektrizitätsbedarf der Welt wird damit zu 36 Prozent abgedeckt. Ein dynamisches Wachstum verzeichnet seit Jahren der internationale Kohlehandel, was mittlerweile zu Anspannungen in der globalen Transportkette führt. In der Studie „Weltmarkt für Steinkohle“ zeigen sich Wolfgang Ritschel, Geschäftsführer des Vereins Deutscher Kohleimporteure, und Hans-Wilhelm Schiffer, Analyst bei RWE Power, optimistisch, dass die Logistik den neuen Marktgegebenheiten flexibel angepasst werden kann.

Sowohl durch einen kräftigen Kapazitätsausbau als auch durch eine Technologie-Offensive im Hauptanwendungsbereich der Kraftwerke könnten Spielräume erschlossen werden, um diesen Energieträger wettbewerbsfähig zu erhalten, sagte Schiffer dem Handelsblatt. Beide Experten sind davon überzeugt, dass die Kohle als weltweit reichlich verfügbarer fossiler Brennstoff noch für viele Jahrzehnte wachsende Versorgungsbeiträge liefern kann. Bis zum Jahr 2030 sei mit einem Zuwachs der Weltkohleproduktion zwischen einem und zwei Prozent zu rechnen. Der Weltkohlehandel könnte dann um 1,5 bis 3,0 Prozent jährlich wachsen.

Ein Kohlemangel ist den Experten zufolge nicht zu befürchten. Immerhin beliefen sich die wirtschaftlich gewinnbaren Steinkohlenreserven auf beinahe 750 Mrd. Tonnen. Rechnet man den heutigen Verbrauch fort, würden die Reserven die Versorgung für die nächsten 140 bis 150 Jahren sicherstellen. Auch die ökologischen Herausforderungen könnten gemeistert werden. Allerdings müsse in den nächsten Jahren eine global angelegte Technologie-Offensive gelingen, um durch Nachrüstung bestehender Anlagen, den kurz- und mittelfristigen Neubau von Kohlekraftwerken mit höheren Wirkungsgraden und die Entwicklung eines CO2-freien Kraftwerks den Ausstoß klimaschädlicher Gase zu begrenzen.

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