Rohstoffe
Gewinnmitnahmen drücken den Ölpreis

Politische Börsen haben kurze Beine - eine Weisheit, die auch für den Rohstoffmarkt gilt. Nachdem der Ölpreis im Vorfeld der US-Wahl, getrieben von Hoffnungen auf schnelle wirtschaftliche Verbesserungen unter dem neuen Präsidenten, zugelegt hatte, fiel er nun wieder unter 70 Dollar. Der stärkere Dollar belastet zusätzlich.

HB FRANKFURT. Am Ölmarkt haben die Anleger nach der Wahl von Barack Obama zum nächsten Präsidenten der USA Gewinne mitgenommen. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete am Mittwochnachmittag 69,45 Dollar und damit rund einen Dollar weniger als am Vorabend. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent fiel auf 65,68 Dollar, ein Minus von gut einem Prozent. Händler erklärten die fallenden Notierungen mit Gewinnmitnahmen.

Die Hoffnung auf einen Sieg Obamas hatte am Vortag an den Aktienmärkten für Kursgewinne gesorgt und damit auch den Ölpreis nach oben getrieben. "Politische Börsen haben bekanntlich kurze Beine und schon heute sieht sich der Ölpreis Gewinnmitnahmen ausgesetzt", kommentierten die Analysten der Commerzbank die Bewegung. "Denn das schlechte fundamentale Umfeld hat sich durch den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen nicht verändert."

Von dem Wahlsieg des Demokraten profitierte zunächst auch der Dollar, was den Ölpreis ebenfalls drückte. Da Öl in Dollar gehandelt wird, verteuert ein festerer Dollar den Rohstoff für Käufer mit anderen Währungen.

Der zwischenzeitliche Anstieg des Dollars belastete auch den Goldpreis. Nach einem Preisrutsch konnte sich die Notierung für das Edelmetall im Handelsverlauf aber wieder fangen. Am frühen Nachmittag kostete die Feinunze Gold 762,40 Dollar nach 763 Dollar am Vorabend in New York. Dagegen legte der Platinpreis zu auf 870,50 Dollar je Feinunze. Der weltgrößte Platinproduzent Anglo Platinum hatte eine Schmelze wegen eines möglichen Feuers geschlossen.

Die Kupfernotierungen gaben im Zuge des festeren Dollar und des Anstiegs der Lagerbestände an der London Metall Exchange (LME) nach. Der Preis für das Industriemetall lag am Nachmittag bei 4095 Dollar je Tonne, ein Minus von gut fünf Prozent zum Schlusskurs des Vortages.

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