Rohstoffe
Gold nahe Jahreshoch

Die Krisen in Japan, Libyen und bei den Schuldenstaaten in Europa treiben die Rohstoffmärkte an. Gold und Öl legen weiter zu. Auch Industriemetalle sind gefragt.
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FrankfurtDie anhaltenden Unruhen im Nahen Osten und der Krieg in Libyen trieben Anleger in sichere Häfen wie Gold. Die Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um auf bis zu 1440 US-Dollar und lag damit nur vier Dollar unter dem Jahreshoch. Aktuell notiert Gold bei 1438,7 US-Dollar, 0,6 Prozent im Plus.  

Die Erwartung einer starken Metallnachfrage für den Wiederaufbau in Japan hat den Kupferpreis am Mittwoch steigen lassen. Die Tonne des unter anderem in der Bau- und Elektro-Industrie eingesetzten Metalls verteuerte sich in London um 2,4 Prozent auf 9721,25 Dollar. Der Wiederaufbau könnte bisherigen Schätzungen zufolge 300 Milliarden Dollar kosten, wovon nach Einschätzung von Analysten zehn Prozent in Metalle wie Kupfer und Stahl fließen könnten.

„Sie werden sehr viel Metalle benötigen“, sagte ein Händler mit Blick auf die Zerstörungen durch das Jahrhundertbeben und einen Tsunami in der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft. Die Preise für Zink, Zinn und Nickel kletterten um bis zu knapp drei Prozent. Auch Edelmetalle blieben gefragt. Händler führten dies insbesondere auf die Unsicherheit zurück, die von der Regierungskrise in Portugal ausgehe. „Heute liegt der Fokus auf Portugal. Es gibt im Allgemeinen Schuldenprobleme in der westlichen Welt, was zu Geldflüssen in sichere Häfen führt“, sagte Analystin Christin Tuxen von Danske Bank.

Angesichts der unsicheren Lage im arabischen Raum blieb der Ölpreis auf hohem Niveau. Händler sprachen allerdings von geringen Umsätzen, da wegen der zuletzt hohen Kursschwankungen viele Investoren abwarteten. Händlern zufolge wuchs die Sorge, dass die Unruhen in Jemen auf das Nachbarland Saudi-Arabien übergreifen. Das Königreich ist der weltgrößte Ölexporteur und hat als einziges Opec-Mitglied genügend freie Produktionskapazitäten, um Ausfälle in anderen Ländern auszugleichen. Die US-Öllagerbestände sind in der Vorwoche amtlichen Daten zufolge stärker gestiegen als erwartet. Hingegen sanken die Benzinbestände unerwartet kräftig, wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Lagerdaten der US-Energiebehörde EIA hervorgeht. Der US-Ölpreis hielt nach Bekanntgabe der Daten seine Gewinne. Das Fass WTI wurde 0,9 Prozent teurer mit 105,90 Dollar gehandelt.

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