Rohstoffe
Goldpreis bricht erneut ein

Der US-Arbeitsmarktbericht sorgt für Wirbel an den Märkten: Die Anleger setzen auf eine Erholung der Konjunktur. Der Goldpreis rutscht erneut ab. Der Ölpreis legt zu.
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SingapurDer Goldpreis fiel am Freitag deutlich ins Minus. Die Feinunze verlor am Kassamarkt 2,8 Prozent auf 1215 Dollar. Damit reagierten die Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht.

Mit 195.000 neu geschaffenen Stellen war die Prognose von 165.000, die von Bloomberg befragte Volkswirte geäußert hatten, übertroffen worden. Dies verstärkte die Erwartung, dass die US-Notenbank in absehbarer Zeit mit einer Verringerung ihrer Anleihekäufe beginnen könnte. Die so genannten quantitativen Maßnahmen gelten als inflationstreibend, was in der Vergangenheit Anleger in Gold als Absicherung anlegen ließ. „Ein besserer Arbeitsmarktbericht bedeutet, dass es in geringerem Ausmaß Flucht in Sicherheit gibt", sagte Brian Booth, leitender Marktstratege bei Long Leaf Trading Group.

Die erwartete Konjunkturerholung könnte für eine höhere Ölnachfrage sorgen. Die Öl-Futures haben am Freitagnachmittag zugelegt. Zuletzt wurde West Texas Intermediate (WTI) mit Liefertermin August bei 101,79 Dollar je Barrel 0,6 Prozent höher notiert. Brent-Öl wurde mit 106,39 Dollar 0,8 Prozent fester gehandelt.

Damit bewegt sich WTI weiterhin auf dem höchsten Stand seit 14 Monaten. Es profitiert von der Erwartung, dass die Nachfrage in den USA als größtem Ölverbraucher weltweit anziehen wird. Der US-Arbeitsmarktbericht für Juni, der einen höher als erwarteten Stellenaufbau gebracht hatte, bestärkte diese Ansicht. Zudem sorgte eine Meldung der ägyptischen Zeitung „Al Ahram” für Preisauftrieb. Danach ist in den Provinzen Südsinai und Suez der Ausnahmezustand verhängt worden.

„Es zeigt, mit welch zweitrangigen geopolitischen Neuigkeiten der Rohölmarkt beeinflusst werden kann. Das gilt besonders dann, wenn spekulative Marktteilnehmer bereits long sind und sich darüber freuen, noch mehr bei jeglichen Störungen hinzukaufen zu können“, schrieb Ole Hansen, leitender Währungsstratege der Saxo Bank in Kopenhagen in einem Kommentar.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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  • Auch Zentralbanken benutzen Gold auch als Versicherung für die Währung No. 2 nach dem totalen Zusammenbruch.

    Selbst pleite Staaten verkaufen nichts...

  • Physisches Gold ist eine gute Versicherung gegen Enteignung auch wenn die Rendite nicht gut ist.

    Unsere Politiker werden uns mit Steuern belegen um Geld von Privat in Richtung Staat umverteilt wird, um das Schuldenproblem im Griff zu behalten.

    Mir ist keine besser Möglichkeit als physisches Gold bekannt, um sich dagegen zu schützen.

    Vielleicht hat jemand eine andere gute Idee?

    Ich würden mich jedenfalls freuen, wenn der Goldpreis noch einmal kräftig fällt, damit man sich noch einmal günstiger eindecken kann :)

  • Zur Zeit wird Gold verkauft,um in Aktien zu gehen,weil man sich dort eine höhere Rendite verspricht.Den Tiefpunkt hatte Gold zur Jahrtausendwende,als alle Aktien kauften.Gold galt als Langweiler,"ein Investment das jahrelang stagniert und keine Zinsen abwirft"-O Ton von Vermögensberatern aus dieser Zeit.Keiner wollte Gold bis die Krise kam...

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