Rohstoffe
Goldpreis fällt auf Vier-Monats-Tief

Der Goldpreis fällt. Seit Anfang der Woche ging es um 3,5 Prozent runter. Als Gründe nennen Experten die Unsicherheit wegen der Lage in Griechenland und den höheren Dollar-Kurs. Taugt das Edelmetall als Krisenwährung?
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London An den Finanzmärkten steht der Goldpreis massiv unter Druck. Am Mittwoch sank der Preis für eine Feinunze (rund 31 Gramm) auf bis zu 1584,10 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar. Bereits am späten Dienstagabend war der Preis erstmals seit vier Monaten unter die Marke von 1600 Dollar gerutscht. Damit hat er allein seit Wochenbeginn rund 60 Dollar oder 3,5 Prozent an Wert verloren.

Experten nennen mehrere Gründe für den Sinkflug am Goldmarkt, insbesondere die hohe Unsicherheit wegen der fragilen politischen Lage beim größten Euro-Sorgenkind Griechenland. Darüber hinaus geraten die Banken der viertgrößten Euro-Wirtschaft Spanien zusehends unter Druck. Es scheint immer unausweichlicher, dass der spanische Staat dem Bankensektor, der stark unter der 2008 geplatzten Immobilienblase leidet, unter die Arme greifen muss.

Dennoch ist die aktuelle Entwicklung erstaunlich, da Gold normalerweise als krisensichere Anlage gilt. Dass der Wind in den letzten Monaten gedreht hat, begründen Experten mit mehreren Faktoren. „Viele Anleger benötigen liquide Mittel, da sie Verluste in anderen Anlageklassen wie Aktien ausgleichen müssen“, sagt Commerzbank-Experte Carsten Fritsch. Angesichts des immer noch attraktiven Kursniveaus verkaufen also immer mehr Anleger einen Teil ihrer Goldbestände.

Ein weiterer Grund für den Goldpreisrutsch ist der festere US-Dollar - auch eine Folge der wieder hochgekochten Schuldenkrise. Da Gold traditionell in der US-Währung gehandelt wird, belastet ein starker Dollar die Nachfrage nach dem Edelmetall. „Darüber hinaus haben die Ölpreise in den letzten Tagen deutlich nachgegeben“, so Commerzbank-Experte Fritsch.

Grundsätzlich gilt Gold als besonders sicher, weshalb Anleger gerade aus Furcht vor fallenden Börsenkursen und Angst vor steigender Inflation hier zugreifen. Allerdings raten Verbraucherschützer regelmäßig zur Vorsicht: Denn die künftige Entwicklung des Goldpreises ist reine Spekulation. Zwar spricht aus ihrer Sicht nichts dagegen, in Gold zu investieren.

Allerdings gibt es einige Unwägbarkeiten zu beachten: Da Gold in Dollar gehandelt wird, besteht ein Währungsrisiko. Und anders als zum Beispiel Tagesgeld oder Bundesschatzbriefe bringt Gold keine Zinsen. Wer Goldbestände aus Sicherheitsgründen nicht daheim lagern will, muss zudem Kosten für ein Schließfach einkalkulieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rohstoffe: Goldpreis fällt auf Vier-Monats-Tief"

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  • Das finde ich gut! Dann brauche ich für die nächsten Goldmünzen nicht mehr soviele Euros abdrücken.

  • Zum Goldpreis gibt es eine zwar kurze, aber dafür prägnante Analyse heute bei www.globalvaluescout.de - nichts mit Mehrwasser oder Preisdrückern sondern reiner Ausdruck der EURO-Schwäche...

  • Die Goldgewinnung aus dem Meerwasser (durch Magnetismus) ist vollkommener Blödsinn. Die Konzentration ist viel zu gering, um selbst bei einem Goldkurs von 1 Mio. Dollar pro Feinunze wirtschaftliche Goldgewinnung zu ermöglichen.

    Der Goldpreis wird eher steigen, da die Nachfrage mit sinkendem Vertrauen in Papiergeld zunimmt.

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