Rohstoffe
Goldpreis nimmt Kurs auf 1.800 Dollar

Der Einbruch an den globalen Börsen treibt immer mehr Anleger ins Gold. Die Preise für das Edelmetall beschleunigen ihre Rekordjagd. Zumal längst nicht nur ängstliche Privatanleger kaufen.
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FrankfurtDer Goldpreis eilt von einem Rekordhoch zum nächsten. Für 31,1 Gramm - oder eine Feinunze - des Edelmetalls wurden am Mittwoch zeitweise mehr als 1670 Dollar gezahlt. Damit ist der Goldpreis innerhalb von 16 Handelstagen neunmal auf einen neuen Rekordwert gestiegen.

„Von Lehman über Griechenland bis zu den Spekulationen über eine Zahlungsunfähigkeit der USA - Krisen haben Konjunktur, und da muss man sich über den Anstieg beim Goldpreis gar nicht wundern“, sagte LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger. Die Gefahr einer Blase sieht er nicht: „Einen großen Knall wird es wohl nicht geben. Korrekturen ja, aber grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass der Preis noch in Richtung 1800 Dollar steigt.“

Zu Jahresbeginn war Gold mehr als 250 Dollar (knapp 18 Prozent) günstiger. Vor genau einem Jahr wurden fast 500 Dollar weniger gezahlt. Seit der Finanzkrise 2008 hat sich das Edelmetall stetig verteuert; kurz vor dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers war die Feinunze für weniger als 800 Dollar zu haben.    

Globale Konjunktursorgen, Spekulationen über ein neues Stützungsprogramm der US-Notenbank (Fed) und eine nachlassende Wachstumsdynamik in den Schwellenländern haben die von Anlegern angesteuerten „sicheren Häfen“ in den vergangenen Wochen minimiert.

Davon profitiert zu einem Großteil der Goldpreis, außerdem haben Rohstoffwährungen wie der australische Dollar zuletzt spürbar an Attraktivität gewonnen.   Am Mittwoch verstärkten sich die Sorgen, ob Italien und Spanien ihre Schuldenlast wohl noch länger allein schultern können.

„Wenn man auf den europäischen Rentenmarkt schaut, sieht man, dass die Renditen auf spanische und italienische Anleihen wieder auf über sechs Prozent gestiegen sind. Die Krise scheint sich also unglücklicherweise auf die beiden Länder auszudehnen“, sagte Rohstoffstratege Jesper Dannesboe von Societe Generale. „Das ist potenziell kritischer als Griechenland, einfach weil sie viel größer sind.“ Normalerweise kann sich ein Staat bis zu einem Zins von etwa fünf Prozent noch über den Markt finanzieren. Was darüber liegt, wird kritisch.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rohstoffe: Goldpreis nimmt Kurs auf 1.800 Dollar"

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  • Langsam dämmerts auch den Dummschwätzern die sagen Gold kann man nicht essen. Dafür kann aber immer was eingetauscht werden, schon seit 6000 Jahren.
    Bald setzt die Kaufpanik ein, die letzten beissen die Hunde.

  • Sollten 2,173 Millionen Tonnen Gold in Gold-ETF´s angelegt sein, wäre das Metall nur wenige Cent pro Unze wert.

  • Jau, Leute, kauft Gold. Der Euro hat verschissen. Ich hab's vergeigt!

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