Rohstoffe
Goldpreis nimmt Kurs auf 1.900 Dollar

Enttäuschende Arbeitsmarktzahlen aus den USA und neue Sorgen um einen Zahlungsausfall Griechenlands treiben Anleger in Gold. Das Edelmetall nimmt wieder Kurs auf sein Altzeithoch.
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FrankfurtSchwache Konjunkturdaten sind Gift für die Aktienmärkte und treiben Investoren in Gold. So auch heute wieder. Nachdem die Arbeitsmarktzahlen aus den USA noch schlechter ausgefallen sind als erwartet, nimmt der Goldpreis wieder Kurs auf sein Allzeithoch. Erst vergangene Woche hatte das Edelmetall mit 1.911 Dollar einen neuen Höchstpreis markiert, war dann aber wieder unter die Marke von 1.700 Dollar abgestürzt. Am frühen Freitagnachmittag kostet die Feinunze nun wieder 1.878 Dollar.

Investoren hatten sich auf schwache Arbeitsmarktzahlen aus den USA eingestellt und Gold bereits am Vormittag nachgefragt. In Erwartung neuer Belege für die Flaute der weltgrößten Volkswirtschaft war der Preis für das Edelmetall um mehr als ein Prozent Nach Veröffentlichung der US-Jobdaten baute der Goldpreis seine Gewinne dann auf plus 2,8 Prozent aus.

Auch die Aktienmärkte reagierten deutlich auf die neuen Konjunkturdaten. Der Dax notiert am frühen Nachmittag deutlich im Minus. Nicht nur die Konjunkturdaten aus den USA belasten. Börsianer sprechen auch von neu angeheizten Sorgen um einen Zahlungsausfall Griechendlands. Dies habe auch die Risikofreude wieder deutlich gedämpft, wie auch der Sprung des Goldpreises zeige.

„Die derzeitige ökonomische Situation wird sich wohl nicht kurzfristig ändern, und in diesem Umfeld ist Gold die Anlageklasse schlechthin“, sagte Analyst Gavin Wendt vom australischen Analysehaus Minelife. „Der Preis wird weiter steigen, daran besteht kein Zweifel. Im aktuellen Umfeld geht es nicht ums Geldverdienen sondern um den Vermögenserhalt.“


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

Kommentare zu " Rohstoffe: Goldpreis nimmt Kurs auf 1.900 Dollar"

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  • Da haben wir fast wieder den Stand bei Gold erreicht, den wir noch vor zwei Wochen hatten. Missglückt sind auch die Versuche des Plunge Protection Team der US-Regierung, die drei Tage lang versucht hatten, den Goldpreis zu drücken. Viele sprachen auch von einer Goldblase und lagen komplett daneben. Das Gegenteil ist eher der Fall!

    Momentan befinden wir uns eher in einer letzten Ruhephase vor dem Herbststurm. Die Probleme dies- und jenseits des Atlantiks sind einfach zu erdrückend und die Regierungen haben auch kein Konzept mehr. Stattdessen wird beschwichtigt und verschleiert wohin man sieht. Nur um den Knall noch ein wenig weiter hinaus zu schieben. Der dafür dann aber umso heftiger kommen wird!
    Egal wie man es versucht zu drehen, ob mit Geldvermehrung und Inflation oder direkt über Staats- oder weiteren Bankenpleiten. Mit diesem Geld- bzw. Finanzsystem stehen wir täglich dem Abgrund ein Stückchen näher.

    Und ein paar Schlauberger haben doch tatsächlich noch vor ein paar Tagen dem Anleger einreden wollen, dass man jetzt Aktien günstig einkaufen können. Wie dämlich denken die, sollte man eigentlich noch sein, angesichts dieser historisch schlechten Lage? Gut wer sein Geld in Edelmetallen angelegt hat. Der wird auch weiterhin besser schlafen können, als Aktionäre oder Leute mit Sparguthaben. Und die nächsten Abwärtsspiralen an den Aktienmärkten werden nicht lange auf sich warten lassen. Denn den Bodensatz haben wir noch lange nicht erreicht!

    Aber warten wir es ab, bald kommen wieder ein paar Schlauberger, die uns wieder erzählen wollen, dass gerade jetzt die Aktien wieder günstig sind, bis die nächste Abwärtsspirale wieder erbarmungslos zuschlägt! In vielleicht ein bis zwei Jahren oder später, da können wir vermutlich über günstige Einstiegsoptionen denken.

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