Rohstoffe Goldpreis schießt nach unten

Der Goldpreis war bereits auf ein Fünf-Jahres-Tief gerutscht – und fällt am Montag deutlich weiter. Vor allem im asiatischen Handel hatte es heftige Abschläge gegeben. Experten glauben, dass keine Besserung in Sicht ist.
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Diese Gold verzierten Waffen wurden einst im Auftrag von Napoleon gefertigt. Sammler mögen sich für Kunstschätze interessieren, aber an der Börse hat das Edelmetall derzeit wenig Freunde.
Wertvolle Pistolen

Diese Gold verzierten Waffen wurden einst im Auftrag von Napoleon gefertigt. Sammler mögen sich für Kunstschätze interessieren, aber an der Börse hat das Edelmetall derzeit wenig Freunde.

FrankfurtEs scheint sich alles gegen das Gold verschworen zu haben: Der Dollar, die Zinsen, die Rohstoffe, die Inflation, die Spekulanten, die Goldfonds – und jetzt auch noch die Chinesen. Der Goldpreis ist heute so tief wie zuletzt vor fünf Jahren. Im asiatischen Handel durchschlug er kurz die Marke von 1100 Dollar je Unze nach unten. In Europa wurden wieder über 1110 Dollar für die 31,1 Gramm gezahlt.

Der kurzfristige Absacker am Montag früh hatte weniger mit den erwähnten Faktoren zu tun, sondern war anscheinend ausgelöst durch kurzfristig orientierte Trader. Schon in den Vorwochen hatten die spekulativen Positionen, die an den wichtigen Terminbörsen auf einen Preisverfall setzen, hohe Werte erreicht. Außerdem lagen im Bereich 1140 bis 1150 Dollar wichtige Unterstützungslinien, die in der jüngeren Zeit immer gehalten hatten. Werden Niveaus verletzt, löst das Anschlussliquidationen aus. „Der plötzliche Sturz scheint ausgelöst durch Stop-loss-Verkäufe, die nichts mit den Fundamentaldaten zu tun haben“, sagte deshalb ein Händler in Schanghai.

Die sinkende Beliebtheit bei den Investoren spiegeln auch die weiter fallenden Bestände bei den großen Goldfonds wider. Vom Top von knapp über 2600 Tonnen vor drei Jahren sind heute nur noch 1600 Tonnen übrig. Die Differenz entspricht etwa einem Drittel der jährlichen Minenproduktion. Der Trend gibt einen Hinweis auf die sinkende Popularität breiter Anlegerkreise, die hier schnell bei Gold ein- und aussteigen können – ohne mit den Problemen des physischen Erwerbs wie Lieferzeiten, Lagerung, Versicherung kämpfen zu müssen.

Die Abwärtsdrift hatte sich bereits in der vergangenen Woche angedeutet. Sie wurde ausgelöst durch eine Bestätigung der US-Notenbankchefin Janet Yellen, sie werde die Leitzinsen noch in diesem Jahr erhöhen. „Die damit verbundene Stärkung des Dollars setzte den Goldpreis unter Druck“, urteilt Philip Klapwijk, Leiter der Beratungsfirma Precious Metals Insights in Hongkong. Die Verbindung Dollar-Zinsen-Gold ist so zu erklären: Höhere Zinsen machen den Dollar als Anlagewährung attraktiver, darunter leidet Gold, dem Metall, das als Alternativwährung zur Weltleitwährung angesehen wird. Bereits am Freitag war der Goldpreis auf ein neues Fünfjahrestief gefallen.

China und Iran dämpfen die Stimmung
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28 Kommentare zu "Rohstoffe: Goldpreis schießt nach unten"

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  • „Goldpreis schießt nach unten“ und „Experten glauben, dass keine Besserung in Sicht ist.“

    Ich denke darüber anders.
    Das hübsche gelbe Edelmetall faszinierend die Menschheit seit eh und je. Wer sich mit dem Bergbau etwas beschäftigt, weiß, dass das Edelmetall nicht unendlich abgebaut werden kann. In meinem Bekanntenkreis bin ich mit einem älteren Bergmann befreundet. Er arbeitete 40 Jahre im Bergbau über und unter Tage. Eine wahnsinnige Leistung.

    Er ist ein Sammler von Kristallen, Edelmetallen und seltenen Gestein.
    Wie er teile ich seine Meinung, dass in vielen Bereichen der Elektronik auf den Superleiter dem Gold nicht verzichtet werden kann. Ich kenne die alte Röhrentechnik in Radarstationen. Die Stifte vieler Röhren wurden vergoldet um eine stabile Leitfähigkeit zu gewährleisten. In der heutigen Technik wird das Gold in der Chipherstellung als bester elektrischer Leiter z.B. im Handy, in der PC-Technik, in der Kfz-Elektronik und in der Raumfahrttechnik genutzt. Der technische Bedarf an Gold nimmt ständig zu. Der Goldpreis wird zwangsläufig erheblich steigen.

    Zurzeit wird der Goldpreis permanent manipuliert (gedrückt), der wirtschaftliche Bedarf steht dem im Weg.

  • Sehe ich genauso, aber ein bisschen Sicherheit sollte schon sein, und da sind Gold Unzen besser als jeder zukünftige Euro Schrott Schein.

  • Was ist das denn für ne Antwort , Meister?
    Also was ist mit dem Gold,kaufen,halten,verkaufen ????

  • Ich habe kein Gold, egal ob es bei 900,1100 oder 1500 steht, was ist das einfache Leben so schön.

  • Gerade in diesen unsicheren Zeiten bin ich froh das ich kein Silber und kein Gold habe, auch keine Aktien, nur ein Sparbuch und eine private Krankenversicherung mit Chefarzt und Einzelzimmer,dann noch wohnen zur Miete.
    Wenn dann was nicht funktioniert beschwer ich mich beim Vermieter oder kürze die Miete.

  • Gerade in diesen unsicheren Zeiten der riesigen und weiter steigenden Schuldenberge, geringen Wirtschaftswachstums weltweit, gefährlicher Krisenregionen ist es richtig und wichtig, daß man Gold in seinem Depot hat, auch wenn der Goldpreis momentan fällt. Aber er wird wieder steigen, dafür ist die Lage zu instabil. Geld kann man beliebig drucken, die Goldvorräte dagegen sind begrenzt. Aktien würde ich nicht mehr kaufen angesichts der Höchststände, wir haben eine riesige Aktienblase weltweit, die jederzeit platzen kann. Das ist reine Spekulation und hat mit Realwirtschaft nichts zu tun, sondern ist ausschließlich eine Folge der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken (FED, EZB).

  • Der Goldpreis rauscht nach unten ist mehr als übertrieben.2014, als ich Habenix ein paar Uz2014 kaufte lag der Goldpreis bei ca. 9oo €. Wenn er in dieser Nähe läge würde ich ein bisschen nachkaufen. Diese metallende Sicherheit ist mir alle Mal lieber als die Euro Schrott Scheine. Oder????

  • Ich freue mich sehr darüber, gerade jetzt wo der Euro in den letzten Zügen liegt, da kaufe ich gerne wieder nach, das frisst mir kein Brot.
    Hamstert nur eure Geldscheine und schließt Riesterrenten ab, oder bringt die Kohle zu Aktien und Investmentbankern, die wollen auch weiterhin gut leben vom Geld der dummen.

  • Das substanzlose Rumtrollen mit Ihren (vermeintlichen) Vermögenswerten überlassen wir hier alle gerne Ihnen, Herr Bauer. Sie sind dafür einfach ideal, und wir haben etwas zu lachen.

  • Goldpreis "schießt" nach unten ist wohl sehr übertrieben.

    Bei einem Kurs von über 1100 und nur 1,7 % Tagesverlust.
    Ich habe mein erstes Gold bei 300 gekauft, knapp über 1400 die Hälfte verkauft.
    Ich freue mich jetzt so nach und nach diese Hälfte nach unten wieder billiger nachkaufen zu dürfen

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