Rohstoffe
Goldpreis steuert auf 1 200 Dollar zu

Schnäppchenjäger nutzen jeden Preisrückgang, um Gold zu kaufen. Der schwache Dollar und schlechtes Wetter treiben den Zuckerpreis.
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HB FRANKFURT. Nach nur einem Tag Unterbrechung hat der Goldpreis am Mittwoch seine Rekordjagd wieder aufgenommen. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 0,7 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 1149,15 Dollar. Am Dienstag habe der Markt eine Verschnaufpause eingelegt und das Niveau unter 1130 Dollar getestet, erklärte Afshin Nabavi, Rohstoffhändler von MKS Finance in Genf. Aber einige Anleger hätten rasch zugegriffen und damit den Goldpreis stabil gehalten.

Unterstützt wurde der Trend zudem vom wieder leichteren Dollarkurs. Eine schwache US-Währung macht Rohstoffe für Anleger aus dem Nicht-Dollar-Raum günstiger. Auch das Interesse einiger Staaten an den Goldreserven des Internationalen Währungsfonds (IWF) stützten den Preis. Am Vortag hatte der Währungsfonds zwei Tonnen Gold an die Zentralbank von Mauritius verkauft. Schon Anfang November war Indien zur Überraschung vieler Anleger als Käufer des IWF-Goldes aufgetreten.

In Euro gerechnet verharrte der Goldpreis bei 766,98 Euro und notierte damit so hoch wie seit Februar nicht mehr. Das Rekordhoch liegt hier bei 793,40 Euro und wurde am 20. Februar erreicht.

Auch die Preise für die Industriemetalle zogen wieder an. Der Kupferpreis stieg um gut ein Prozent auf 6 967 Dollar je Tonne. Nickel verteuerte sich sogar um zwei Prozent.

Der überraschend starke Rückgang der US-Öl-Bestände in der Vorwoche trieb den Ölpreis um bis zu 1,4 Prozent auf 80,23 Dollar je Fass US-Leichtöl der Sorte WTI. Ein Fass Nordseeöl kostete in der Spitze 80,22 Dollar und damit 1,4 Prozent mehr als am Vorabend. Der Branchenverband API hatte am Vorabend gemeldet, die Ölvorräte seien in der Vorwoche um 4,4 Mio. Barrel gesunken. Analysten hatten nur mit einem Rückgang von 300 000 Barrel gerechnet.

Der schwache Dollar und Sorgen, dass schlechtes Wetter die Ernte in wichtigen Anbauländern gefährden könne, trieben auch den Zuckerpreis in die Höhe. Der Terminkontrakt für ein Pfund Zucker zur Lieferung im März stieg um zwei Prozent, der Preis für einen Tonne raffinierten Zucker zur Lieferung im März um 1,8 Prozent. Händlern zufolge wird der Zuckerpreis auch unterstützt von Spekulationen, der weltgrößte Zuckerkonsument Indien könnte bald mehr Zucker kaufen. Ein europäischer Broker schrieb in einem Marktkommentar, die Schätzungen für die Ernte in Brasilien und Indien - beiden Ländern hatte schlechtes Wetter zugesetzt - seien heruntergeschraubt worden. Zudem sei die australische Ernte vom El-Nino-Wetterphänomen betroffen.

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