Rohstoffe
Goldpreis zieht stark an – Öl wird billiger

Aus Angst vor einer tiefen Rezession investieren verunsicherte Anleger in Gold. Nun kündigte auch die russische Zentralbank an, ihre Gold-Reserven aufstocken zu wollen. Das treibt den Goldpreis weiter an. Dagegen wird Öl wegen der Wirtschaftskrise billiger.

HB FRANKFURT. Die Angst vor einer tiefen Rezession und die Ankündigung Russlands, mehr Gold kaufen zu wollen, treiben den Goldpreis. Die Feinunze (31,1 Gramm) verteuerte sich am Goldmarkt in London zeitweise um 2,7 Prozent auf 966,15 Dollar und notierte damit so hoch wie seit sieben Monaten nicht mehr. In Euro gerechnet kostete die Feinunze damit zeitweise die Rekordsumme von 764,54 Euro.

Die Ratingagentur Moody's hatte am Dienstag erklärt, der wirtschaftliche Abschwung in Osteuropa sei vermutlich schwerer als anderswo. Dies habe die Rezessionsängste weiter angeheizt, sagten Händler. Analysten fürchten, dass die Regierungen auf Kosten der Inflation die Wirtschaft in diesen Ländern wieder in Gang bringen werden. Dies treibe die Anleger ins Gold, das gerade in Inflationszeiten als sichere Anlage gilt. Hinzu komme die Absicht der russischen Zentralbank, Gold zu kaufen. Der stellvertretende russische Zentralbankchef Alexej Uljukajew sagte, die Notenbank habe ihren Gold-Anteil an den Reserven erhöht und werde dies im Laufe des Jahres weiter tun.

Dagegen verbilligten sich die Industriemetalle, die angesichts der Wirtschaftskrise weltweit deutlich weniger nachgefragt werden. Kupfer kostete mit 3265 Dollar je Tonne knapp zwei Prozent weniger als am Vorabend. Blei notierte mit 1112 Dollar 2,9 Prozent niedriger.

Der Ölpreis geriet ebenfalls weiter unter Druck. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI zur Lieferung im März notierte am Mittag mit 37,06 Dollar 1,2 Prozent niedriger. Die Commerzbank verwies in ihrem Tageskommentar aber darauf, dass der Verfall am Terminmarkt zu Verzerrungen bei der Preisbildung führten. So kostete das Fass WTI zur Lieferung im April mit 40,80 Dollar deutlich mehr als der März-Kontrakt, notierte gegenüber dem Vorabend aber 2,7 Prozent niedriger. Dabei war das Handelsvolumen im April-Kontrakt höher als im März-Kontrakt. Das Fass Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 43,50 Dollar 0,5 Prozent mehr als am Vorabend.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%