Rohstoffe
Größter Goldfonds der Welt schmelzt Bestände

Der Goldpreis steht vor seinem dritten Jahresverlust in Folge. Trotz verschärfter Weltkrisen erholt sich der Kurs nicht. Der größte Goldfonds leert seine Bestände, wie seit Jahren nicht mehr.

Die Bestände im weltweit größten mit Gold unterlegten börsengehandelten Produkt sind so niedrig wie zuletzt während der Finanzkrise. Die Bestände des SPDR Gold Shares fielen am Montag um 0,4 Prozent auf 666,11 Tonnen und damit auf den tiefsten Stand seit September 2008. Das war der Monat, in dem Lehman Brothers zusammenbrach. Montag war der siebte Tag in Folge, an dem der Bestand von SPDR Gold Shares abschmolz. Eine derart lange Strecke von Verlusten gab es zuletzt im Juli.
Die Goldpreise stecken in einem Bärenmarkt, seitdem die Konjunkturerholung die Aktienkurse in die Höhe treibt. Das mindert die Nachfrage nach alternativen Anlagen wie Gold. Die Aussicht auf die erste Zinserhöhung in den USA seit neun Jahren belastet den Goldpreis zusätzlich. Steigt der US-Dollar, sinkt der Goldpreis für gewöhnlich. "Wenn wir uns einer Ära steigender Zinssätze nähern, schwinden die Gründe, in Gold zu investieren," sagte Mike Dragosits, leitender Rohstoffstratege bei TD Securities in Toronto.

Nach dem Lehman-Zusammenbruch lockerten die Notenbanken weltweit die Geldpolitik in beispiellosem Ausmaß. Der Goldpreis schoss auf ein Rekordhoch, der seinen Gipfel im September 2011 bei knapp 1900 Dollar je Feinunze lag. Vielerorts wurde erwartet, dass sich die Inflation beschleunigen würde. Stattdessen blieben die Verbraucherpreise stabil. Aktuell kostet eine Feinunze Gold weniger als 1100 Dollar. Damit steuert das Edelmetall auf den dritten Jahresverlust in Folge zu. Eine Talfahrt vergleichbaren Ausmaßes erlebten die Terminkontrakte zuletzt 1998.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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