Rohstoffe
IEA-Prognose gibt Ölpreis Zusatzschub

Die Zahl der neuen Ölbohrungen in den Vereinigten Staaten sinkt und sinkt. Das hilft dem Preis für den Rohstoff. Die Internationale Energieagentur schätzt, dass die USA ihre Förderung bis 2017 drosseln werden.

Frankfurt am MainDie Erwartung der Internationalen Energieagentur (IEA) einer rückläufigen US-Ölproduktion hat am Montag weitere Anleger an den Rohstoffmarkt zurückgelockt. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 5,6 Prozent auf 34,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte sogar sechs Prozent höher bei 31,43 Dollar.

Der IEA zufolge wird die US-Ölproduktion wegen des harten Preiskampfs der Förderländer 2016 und 2017 zurückgehen. Dort wird der Rohstoff meist mit Hilfe des umstrittenen, technischen aufwendigen und teuren Fracking-Verfahrens gewonnen. Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt würden sich frühestens 2017 wieder die Waage halten, fügte die IEA hinzu.

Der Ölindustrie-Dienstleiter Baker Hughes hatte am Freitagabend bekanntgegeben, dass die Zahl der US-Ölbohrungen in der vergangenen Woche auf 413 gefallen sei – den niedrigsten Stand seit Januar 2010. Vor einem Jahr wurde Öl noch an mehr als doppelt so vielen Stellen gefördert.

„Die aktuelle Zahl der aktiven Bohrlöcher impliziert im Jahres-Durchschnitt einen Rückgang der US-Produktion um 445.000 Barrel pro Tag“, schrieben die Analysten von Goldman Sachs in einem Kommentar. Ihre Kollegen von Morgan Stanley warnten jedoch vor überzogenen Erwartungen. Schließlich schwächele die Nachfrage, vor allem in China. Im Januar förderten die USA nach Angaben der US-Statistikbehörde für Energie etwas weniger als 9,2 Millionen Barrel pro Tag.

Unabhängig von der rückläufigen US-Produktion übertrifft das weltweite Rohöl-Angebot die Nachfrage weiterhin. Daran ändere auch die von einigen Staaten geplante Deckelung der Fördermengen nichts, betonte Amos Hochstein, Sonderbeauftragter des Außenministeriums für Energie-Angelegenheiten. Schließlich pumpten viele Länder derzeit so viel Öl aus dem Boden wie noch nie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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