Rohstoffe
Investoren kaufen Gold und Öl

Anleger am internationalen Rohstoffmarkt haben am Mittwoch weiter auf Öl und Gold gesetzt. Bei Kupfer und Agrarrohstoffen nahmen sie dagegen angesichts der langen Rally Gewinne mit.
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HB FRANKFURT. Beim Öl ließen sich Investoren von rückläufigen chinesischen Importen nur kurz beeindrucken. China hat im Oktober rund 30 Prozent weniger Rohöl importiert als noch im September, damit war es die niedrigste Menge seit anderthalb Jahren. In Reaktion auf die Daten fiel der Preis zwischenzeitlich bis auf 86,17 Dollar. "Es ist allerdings zu früh, auf den Beginn einer Abschwächung der Ölnachfrage in China zu schließen", merkten die Analysten der Commerzbank an. "Dagegen spricht insbesondere, dass der staatliche Raffineriebetreiber Sinopec die Rohölverarbeitung im November auf ein Rekordniveau angehoben hat." In Folge dürfte es zu einem merklichen Abbau der Lagerbestände kommen, deren Wiederaufstockung in den kommenden Monaten wieder höhere Öleinfuhren nach sich ziehen sollte.

Der Fokus der Investoren verlagerte sich schnell wieder in Richtung USA. Dort hatten sich die Öl-Bestände in der vergangenen Woche überraschend um 7,4 Millionen Barrel verringert. Von Reuters befragte Analysten hatten dagegen einen Anstieg um 1,4 Millionen Barrel erwartet.

Das Barrel der US-Sorte WTI kostete zuletzt 87 Dollar und damit 28 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Die Nordseesorte Brent kostete 88,50 Dollar je Barrel und damit 17 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft.

Für die Feinunze Gold mussten Anleger wieder um die 1400 Dollar bezahlen und damit in etwa so viel wie schon im späten Vortagesgeschäft. Der Preis sei gut von der hohem Nachfrage gestützt, sagten Händler. China, der weltgrößte Goldproduzent, wolle seinen Goldmarkt deregulieren. Experten zufolge könnte dies zu einer deutlich höheren Nachfrage und damit einhergehend zu steigenden Gold-Importen führen. Schon in wenigen Jahren könnte China den bislang weltgrößten Verbraucher Indien ablösen.

Der Kupferpreis ist unterdessen gefallen. Die Tonne des vor allem in der Bauwirtschaft eingesetzten Industriemetalls verbilligte sich um 110 auf 8746 Dollar. Händler wiesen darauf hin, dass die Wirtschaftslokomotive China im Oktober deutlich weniger Kupfer und Kupferprodukte eingeführt hat als im Vorquartal. "Der Rückgang ist zum einen auf die hohen internationalen Preise und die offensichtlich reichliche inländische Verfügbarkeit von Kupfer zurückzuführen", hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. Reuters-Analyst Wang Tao wies darauf hin, dass aus charttechnischer Sicht in den kommenden vier Wochen ein Preisrückgang bis auf 7915 Dollar möglich scheint.

Auch bei den Agrarrohstoffen ging es bergab. Händler begründeten die sinkenden Notierungen für Weizen, Raps oder Mais mit Gewinnmitnahmen nach den zuletzt starken Preisanstiegen.

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  • Die Goldralley wird wohl bald vorbei sein, die meisten Privatanleger stoßen ihr Gold gerade wieder ab um Profit mitzunehmen, was zu einer Konsolidierung führen könnte.

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