Rohstoffe
Investoren müssen mit volatilen Märkten rechnen

Unruhige Zeiten für Rohstoff-Investoren: Die Märkte sind volatil, Anleger sollten so investieren, dass sie sowohl an steigenden als auch an fallenden Märkten partizipieren können. Die drohende Rezession in den USA verschärft die Unsicherheit.

ZUG. Vielfach wird behauptet, dass Rohstoffzyklen in der Regel 15 Jahre dauern und dass sich der Anleger aktuell um langfristige Investments im Rohstoffsektor keine Sorgen machen müsse, da der gegenwärtige Zyklus erst zur Hälfte vorüber sei. Doch lässt sich dies empirisch belegen?

Eine Antwort liefert die Beobachtung der Rohstoffpreisentwicklung von 1870 bis Februar 2008. Vier große Rohstoff-Hausse-Zyklen lassen sich ausmachen: Allen vier Rohstoffhaussen lagen Phasen angespannter Geopolitik und mangelnder monetärer Disziplin zu Grunde. In den ersten und zweiten Goldstandards war der Goldpreis zwar fixiert, jedoch wurden diese zur Finanzierung der rohstoffintensiven Weltkriege aufgehoben. Aufgrund des veränderten weltpolitischen Gesamtbilds lassen sich die kriegsinduzierten Rohstoffpreisbewegungen zwischen 1870 und 1951 daher nur schwer mit dem aktuellen Preisanstieg vergleichen.

Als Blaupause für die seit November 2001 andauernde Rohstoff-Hausse könnte am ehesten der dritte große Rohstoffzyklus in den 1970er-Jahren herangezogen werden. Auch diese Bewegung wurde durch mangelnde monetäre Disziplin ausgelöst. Angesichts einer hohen Auslandsverschuldung blieb den USA 1971 nur, die Goldbindung des US-Dollars aufzukündigen, was dann zum Zusammenbruch des Bretton Systems-Woods (1973) und zu einer Goldpreisexplosion von 35 auf nahezu 200 US-Dollar führte. Die Hausse wurde entscheidend geprägt von den beiden Ölschocks 1973 und 1979, die eine starke Verknappung des Angebots und eine Rezession in den größten ölabhängigen Industrieländern zur Folge hatten. Dementsprechend verlief die Aufwärtsbewegung vieler Rohstoffpreise in den siebziger Jahren keinesfalls gleichmäßig, sondern 1974 und 1975 mussten Rückschläge hingenommen werden.

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