Rohstoffe
Iran pirscht sich an die Weltmärkte heran

Der Iran besitzt die größten Gasreserven der Welt. Ausgerechnet jetzt, da der Markt überversorgt und die Beziehung zu den USA wieder angespannter ist, will das Land im großen Stil exportieren. Ein kompliziertes Unterfangen.
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FrankfurtManchmal sagt ein Besuch mehr als tausend Worte: Auf Einladung hat der iranische Präsident Hassan Ruhani vor wenigen Tagen den Oman und Kuwait besucht. Die Bilder der Treffen mit dem omanischen Sultan sowie dem kuwaitischen Emir zeigen ausgelassene Gesichter, Männer in traditionellen Gewändern, den sogenannten Dischdascha, und Turban. Die Bilder vermitteln Botschaften ganz nach dem Geschmack des Irans.

Zur gleichen Zeit in der Nähe von Frankfurt. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt haben sich der iranische Vize-Ölminister und seine Gesandtschaft in das Kempinski Hotel Gravenbruch zurückgezogen. Hier empfangen sie potenzielle Investoren und Vertreter internationaler Großkonzerne auf dem CWC Iran Gas & LNG Partnerships Summit. Statt Dischdascha und Turban tragen die Iraner hier Anzug und Krawatte. Ebenfalls Bilder ganz nach dem Geschmack des Irans.

Nach Jahren der Sanktionen durch den Westen pirscht sich das rohstoffreiche Land wieder an die Weltmärkte heran. Eine aufpolierte Beziehung zu den Golfstaaten könnte der erste Schritt auf den großen Weltmarkt sein. Öl exportiert das Land ja schon. Nun will das Land die Welt mit Gas versorgen. Die Voraussetzungen dafür sind jedenfalls da: Der Iran sitzt auf den größten Gasreserven der Welt. Allerdings kommen die Avancen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die Gasmärkte sind hoffnungslos überversorgt und nach den jüngsten Verspannung mit dem neuen US-Präsidenten Donald Trump, macht sich bei den internationalen Konzernen Nervosität breit. Ein Unterfangen zwischen Euphorie und Scheitern.

Dabei sah alles schon so gut aus. Nachdem der Westen seine Sanktionen wegen des iranischen Atomprogramms im Januar 2016 weitgehend aufgehoben hat, bekundeten viele Staaten und Konzerne Interesse, in Gasfelder in dem persischen Land zu investieren. Voller Optimismus erklärt Vize-Ölminister Amir Hossein Zamaninia nun in Frankfurt: „Unsere Ressourcen sind sozusagen noch nicht einmal angezapft. Wir haben allenfalls die Spitze des Eisbergs abgekratzt. Internationalen Partnern bieten wir die Gelegenheit für langfristige Partnerschaften.“

Insgesamt verfügt der Iran über 34 Billionen Kubikmeter Gas, dem reichsten Vorkommen der Welt, schätzt der Ölkonzern BP in seinem renommierten Energieausblick. Knapp dahinter folgt Russland mit 32,3 Billionen Kubikmeter Gas. Heute produziert der Iran aber gerade einmal ein Fünftel des russischen Volumens. Und während Russland reichlich exportiert, etwa nach Europa, konsumiert der Iran 95 Prozent seines Gases selbst – oder verschwendet es, in dem es verbrennt. „Wenn Sie über den Iran fliegen und die Gasflammen zählen wollen, werden Sie sich sehr schnell verzählen“, sagt Hans Nijkamp, Vize-Präsident von Shell und verantwortlich für das Iran-Geschäft des Konzerns. In den warmen Flammen wird aber wertvolles Gas und damit Geld verbrannt. Das soll sich schleunigst ändern.

Mit 29 Konzernen stehe der Iran bereits in Verhandlungen, um seine reichen Reserven zu erschließen. Derzeit gehe es um Verträge über 70 Milliarden Dollar. Mindestens die Hälfte davon will das Land innerhalb der nächsten Monate abschließen.

Prinzipiell haben internationale Konzerne schon Interesse. Der Iran, so der Tenor in der Branche, biete riesige Chancen. Als erstes hat Total im November 2016 einen zwei Milliarden Dollar schweren Deal unterzeichnet, um das bislang gewaltigste Gasfeld des Irans, South Pars, weiter zu erschließen. Teil dieses Abschlusses ist auch der chinesische Staatskonzern CNPC. Shell hat Ende vergangenen Jahres eine Absichtserklärung für die Erkundung von drei Öl- und Gasfeldern unterzeichnet. OMV hat mit dem Iran ebenfalls Absichtserklärungen unterzeichnet und plane in diesem Jahr, die Erkundung und vertragliche Grundlagen voranzutreiben. Siemens gehörte ebenfalls zu den Post-Sanktions-Pionieren und hat bereits eine erste Gasturbine in den Iran geliefert.

Nijkamp von Shell will keinen Zweifel aufkommen lassen. „Wenn Shell sich in einem Land engagiert, dann möchte das Unternehmen dort auch langfristig bleiben“, sichert Nijkamp dem Iran zu. Das Land besitze das Potenzial, zu einem regionalen Dreh- und Angelpunkt für das Gasgeschäft zu werden. Auch Zulieferer profitieren: So berichtet etwa der schweizerische Anlagenbauer Sulzer, dass die Geschäfte gen Iran seit Anfang 2016 stark zugenommen hätten. Vorher seien sie aufgrund der Sanktionen praktisch tot gewesen.

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  • Herr v. Horn, natürlich habe ich vollstes Verständnis für den schon zwanghaften
    Untergangswillen Ihrer Regierung und Teile der EU. Windgas und Kohlekraft
    befördern den Lungenkrebs u.s.w. daher halten wir Investoren Pharma-Aktien
    mit guten Renditen. Ha Ha Ha

  • Herr Baron, bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die Deutschen für LNG-Tanker-Dividenden kein Geld mehr übrig haben, nachdem wir schon so viele Solar- und Windstromsubventionen sowie Transfergelder für EU-fremde Handelsreisende berappen müssen und sogar die Deutsche Bundesbank trotz dauerndem Gelddrucken keinen Gewinn mehr macht, oder gerade deswegen. Ha, ha, ha......

  • Herr v.Horn @Das rückständige Deutschland hat keinen nennenswerten Verbrauch an LNG, man könnte auch keine Mengen anlanden, weil die entsprechenden Anlagen fehlen. Mit Linde hat man zwar einen Gas-Spezialisten aber politisch ist das Land tot wie der Dax und daher nicht brauchbar für moderne und saubere Technik. Nur so aber können wir Investoren Dividenden erziehlen und das zählt Ha Ha Ha

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