Rohstoffe
Kein Ende der Ölschwemme in Sicht

Die Internationale Energieagentur hat zuletzt 2017 einen ausgeglichenen Ölmarkt erwartet, zieht diese Prognose aber wieder zurück. Ein entscheidender Faktor für den Ölpreis dürfte der Ausgang der Wahlen in den USA sein.
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FrankfurtDie Internationale Energieagentur (IEA) befürchtet laut ihrem aktuellen Ölmarktreport, dass sich die globale Nachfrage schwächer entwickelt als bislang erwartet. Zuletzt rechnete die Agentur, die die OECD-Staaten in Energiefragen berät, noch damit, dass sich Angebot und Nachfrage spätestens im ersten Halbjahr 2017 ausgleichen. Nun scheint diese Prognose hinfällig.

Denn auf die große Frage, wann der globale Ölmarkt wieder ausgeglichen sei, bleiben die Experten in ihrem Bericht eine konkrete Antwort schuldig. Stattdessen heißt es: „Wir müssen wohl noch eine Weile warten.“ Die IEA erwartet kaum eine Veränderung bei Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt. Damit dürfte das Angebot weiterhin die Nachfrage übersteigen, zumindest bis in das erste Halbjahr nächsten Jahres, stellte die IEA weiter fest. Derzeit werden auf der Welt täglich 97 Millionen Fass Öl aus dem Boden gepumpt.

Eigentlich könne man bei den aktuellen Marktpreisen davon ausgehen, dass die Ölflut abebbe und die Nachfrage steige. „Doch das Gegenteil scheint der Fall“, heißt es in dem Report. „Die Nachfrage sinkt, das Angebot steigt.“ In der Folge seien die Ölvorräte der OECD-Länder so gut gefüllt wie nie zuvor. Allein in den OECD-Ländern seien die Lagerbestände auf einen Rekordwert von 3,1 Milliarden Barrel gestiegen. Damit ließe sich gemessen am heutigen Verbrauch die Welt 32 Tage lang versorgen.

Und nach den IEA-Zahlen bricht auf der anderen Seite die Nachfrage regelrecht ein. Stieg der Bedarf im zweiten Quartal 2016 noch um 1,4 Millionen Barrel pro Tag, verlangsamte sich der Anstieg im dritten Quartal auf nur noch 0,8 Millionen Barrel pro Tag – den niedrigsten Wert seit zwei Jahren.

Die Nachfrage werde 2017 wohl nur noch um 1,3 Millionen Barrel pro Tag steigen und damit knapp sieben Prozent weniger als bislang angenommen. Hintergrund sind ökonomische Unsicherheiten: Der Bedarf in China und Indien schwankt und nach einem Jahr billigen Öls hat sich die Weltkonjunktur offenbar an Preise um die 50 Dollar gewöhnt. Der Wirtschaftsstimulus aufgrund niedrigerer Ölpreise nehme ab.

Selbst die Organisation erdölexportierender Staaten, die OPEC, rechnet mit weiterem Druck auf den Ölpreis wegen der schwächeren Nachfrage. Das Kartell geht auch davon aus, dass Nicht-Opec-Länder mehr Öl fördern werden als bislang angenommen, hieß es in einem Bericht vom Montag. Auch die IEA rechnet damit, dass das Nicht-Opec-Angebot 2017 steigen wird, um knapp 400.000 Barrel. Allerdings war deren Produktion in diesem Jahr um rund 800.000 Barrel gefallen, nicht zuletzt wegen des starken Rückgangs der US-Förderung.

Diese war dank reicher Schieferöl-Quellen in den vergangenen Jahren erstarkt und maßgeblich für den Ölpreisverfall zwischen Juni 2014 und Februar 2016 verantwortlich. Der Ölpreis war von über 110 Dollar je Barrel (159 Liter) auf unter 30 Dollar gefallen. Zuletzt hatte er sich wieder auf knapp 47 Dollar für ein Fass der Nordseesorte Brent erholt – Produktionsausfällen und der Aussicht auf einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt in naher Zukunft sei Dank.

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  • ROHSTOFFE
    Kein Ende der Ölschwemme in Sicht
    von:
    Matthias Streit
    Datum:
    13.09.2016 15:45 Uhr
    Die Internationale Energieagentur hat zuletzt 2017 einen ausgeglichenen Ölmarkt erwartet, zieht diese Prognose aber wieder zurück. Ein entscheidender Faktor für den Ölpreis dürfte der Ausgang der Wahlen in den USA sein.
    ...............

    REALITÄT GENAU ANSEHEN !

    Russland braucht devisen !

    VENEZUELA braucht Devisen !

    IRAN braucht Devisen !

    Und der IS-STAAT finanziert sich zum Teil auch so !

    WER glaubt da an eine besserung ?


    :-))))))))))))))))))))))


    Die EU ? :-)))))))))))))))))))))))))


  • Warum sollte da eine Ende der Schwemme in Sicht sein...wir haben beim Oel gerade mal an Oberfläche gekratzt...es gibt noch für viele Jahrhunderte genug und im Überfluss an Oelförderstellen auf unseren Planeten.

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