Rohstoffe: Knappe Versorgungslage treibt Getreidepreise

Rohstoffe
Knappe Versorgungslage treibt Getreidepreise

Die Preise an den US-Terminmärkten für Getreide kennen seit rund einem Jahr praktische nur eine Richtung: nach oben. Eine wesentliche Rolle spielen auch bei diesen Rohstoffen die Transaktionen von Spekulanten, doch die Hauptursache der Preisexplosion ist eher klassisch.

LONDON. Der phänomenale Preisanstieg bei Weizen, Mais und Sojabohnen ist vor allem Ausdruck des grundlegenden Verhältnisses zwischen Angebot und Nachfrage. Zu diesem Schluss gelangen die Experten von Barclays Capital.

In den vergangenen zwölf Monaten schwankte der Anteil spekulativer Transaktionen an den US-Märkten zwischen 35 und 46 Prozent. Das Engagement von Spekulanten könne zwar erhebliche Preisausschläge verursachen, so die Barclays-Experten, die grundlegende Tendenz aber kaum verfälschen.

Kevin Norrish von Barclays zählt eine Reihe von „fundamentalen“ Marktfaktoren auf, die noch auf absehbare Zeit die Getreidepreise weiter steigen lassen werden. So verschärfe sich rundum die Versorgungslage; die Vorräte an Weizen, Mais und Sojabohnen seien weltweit auf den niedrigsten Stand seit 24 Jahren abgesackt. Die Ursachen seien unzureichende Ernten, die wachsende Nachfrage durch höheren Wohlstand in den Schwellenländern und die rapide zunehmende Verarbeitung von Agrarprodukten zu Biokraftstoff. In den USA würden dafür bereits 30 Prozent der Maisernte herangezogen. China, größter Importeur von Sojabohnen, stehe überdies an der Schwelle, auch bei Mais als Nettoimporteur aufzutreten.

Auch für Tobias Merath von der Credit Suisse sprechen derartige Gründe für ein mittel- bis langfristiges Engagement von Anlegern an den Agrarmärkten. Er warnt aber vor „kurzfristigen Preiskorrekturen“. Mittelfristig könnten sich dann die Preise für Sojabohnen und Mais gegenseitig „hochschaukeln“, weil beide um eine begrenzte Anbaufläche für den zunehmenden Einsatz als Biosprit kämpften.

Auch Merath glaubt, dass sich die „fundamentals“ letztlich durchsetzen. So hätten etwa massive „Käufe von Spekulanten den Zuckerpreis kräftig in die Höhe getrieben“. Mittelfristig dürfte der Preis aber kaum weiter steigen, da der Angebotsüberhang am Weltzuckermarkt bis Ende des Wirtschaftsjahres 2007/08 auf zwölf Mill. Tonnen anzuwachsen drohe.

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