Rohstoffe
Lagerbestände gesunken – Ölpreis steigt

Die US-Ölvorräte sind überraschend gefallen. Der Preis für Öl der Sorte WTI legte daraufhin zu. Er näherte sich wieder der Marke von 60 Dollar. In den kommenden Tagen rechnen Experten aber mit einer Korrektur.

HB LONDON/SINGAPUR/WASHINGTON. In den USA sind die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche gesunken. Die Vorräte seien um 4,7 Mio. Barrel (je 159 Liter) auf 370,6 Mio. Barrel gefallen, teilte das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mit. Die Bestände an Benzin verringerten sich um 4,1 Mio. auf 208,3 Mio. Barrel. Die Destillate-Bestände (Heizöl, Diesel) stiegen indes um 1,0 Mio. auf 147,5 Mio. Barrel. Der US-Ölpreis reagierte leicht positiv und näherte sich mit zuletzt 59,62 Dollar wieder der Marke von 60 Dollar an.

Seit Mitte Februar sind die Ölpreise damit um knapp 70 Prozent gestiegen und Experten warnen vor einer Übertreibung an den Ölmärkten. „In den kommenden Tagen ist mit einer Korrektur bei den Ölpreisen zu rechnen“, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank.

Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) rechnet im Zuge der Wirtschaftskrise mit einem Rückgang der weltweiten Nachfrage nach Rohöl. Im laufenden Jahr dürfte die durchschnittliche tägliche Nachfrage um 1,57 Mio. Barrel (je 159 Liter) auf 84,03 Mio. Barrel sinken, hieß es in dem Monatsbericht des Ölkartells. Bisher war die Opec nur von einem Rückgang um 1,37 Mio. Fass pro Tag ausgegangen. Trotz der jüngsten Abwärtsrevision erwartet die Opec aber nach wie vor eine höhere Nachfrage nach Rohöl als die Internationale Energieagentur (IEA). Im April hatte die IEA für das laufende Jahr ein tägliches Volumen von 83,4 Mio. Barrel prognostiziert.

Auch die starken Kursgewinne an den Aktienmärkten dürften schon bald als Triebfeder für die Preisrallye beim Öl wegfallen, sagte Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der LBBW. „Die Bäume an den Aktienmärkten werden nicht in den Himmel wachsen.“ Außerdem sei es noch zu früh für einen Konjunkturoptimismus als Preistreiber beim Rohöl. „Ein oder zwei Schwalben in Form von verbesserten Stimmungsindikatoren in den USA oder China machen noch lange keinen Sommer“, sagte Schallenberger.

Auch der Benzinpreis war auf einen Jahreshöchststand geklettert. Wie der ADAC am Mittwoch mitteilte, mussten die Autofahrer in Deutschland für einen Liter Super am Dienstag durchschnittlich 1,287 Euro bezahlen - fast 3 Cent mehr als in der Vorwoche. Diesel verteuerte sich um 2 Cent auf 1,062 Euro. Gemessen an Ölpreis und Dollarkurs sei das Benzin zu teuer, kritisierte der Autoclub in München.

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