Rohstoffe
Nachfrage nach Gold sinkt

Für das hochverschuldete Irland zeichnet sich eine Lösung ab. Das beruhigt die Märkte ein wenig - die Krisenwährung Gold ist weniger stark gefragt. Die Sorge um eine Straffung der Geldpolitik in China drückt die Preise für Öl und Industriemetalle.
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HB FRANKFURT. Eine erneute Straffung der Geldpolitik in China hat am Freitag die Rohstoffpreise unter Druck gesetzt. Vor allem die Notierungen für Öl und Kupfer gaben frühe Gewinne ab, und die Notierungen drehten ins Minus. Auch die in den vergangenen Tagen starke Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold ebbte ab, was Händler mit einer Entspannung der irischen Schuldenkrise begründeten.

"Anscheinend ist Irland nun doch bereit, Finanzhilfen aus dem EU-Rettungsschirm in Anspruch zu nehmen, was die Risikoaversion etwas zurückgehen lässt", erläuterten die Analysten der Commerzbank. Schon in der kommenden Woche könnte ein konkreter Hilfsplan von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) für das finanziell klamme Irland bekanntgegeben werden, erfuhr Reuters aus EU-Kreisen. Spekuliert wurde über ein Volumen von bis zu 90 Mrd. Euro.

Der Ölpreis hatte im frühen Geschäft noch um fast einen Dollar zugelegt. Nachdem die Regierung in Peking zwar nicht die befürchtete Zinserhöhung, aber eine Erhöhung der Mindesteinlagen der Geschäftsbanken bei der Zentralbank verkündete, bröckelte das Plus ab. Zuletzt kostete ein Barrel der US-Sorte WTI knapp 82 Dollar und damit etwa 15 Cent mehr als im späten Vortagesgeschäft. Rohstoffstratege Frank Schallenberger von der LBBW sieht auch generell nicht allzu viel Luft nach oben.

Schließlich seien die US-Lager immer noch sehr gut mit dem Rohstoff gefüllt. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 35 Cent auf 85,40 Dollar.

Der Kupferpreis drehte im Verlauf ins Minus, so dass eine Tonne des vor allem in der Bauindustrie eingesetzten Metalls zuletzt 8410 Dollar kostete. Das waren 15 Dollar weniger als im späten Vortagesgeschäft. Händlern zufolge dominierte die Sorge, dass die geldpolitische Straffung in China das Wirtschaftswachstum abschwächen und dadurch die Rohstoffnachfrage dämpfen werde. Zink verbilligte sich um 1,6 Prozent auf 2151 Dollar, Aluminium wurde mit 2294 Dollar 0,6 Prozent tiefer gehandelt.

Der Goldpreis hat unterdessen seine Vortagesgewinne zwar nicht ausbauen, sie aber verteidigen können. Die Feinunze des Edelmetalls notierte wie auch im späten Vortagesgeschäft um 1355 Dollar. Am Donnerstag war der Preis nach vier Verlusttagen um 1,6 Prozent gestiegen. Händlern zufolge war der Preis angesichts einer hohen Nachfrage börsennotierter Indexfonds (ETFs) recht gut gestützt. Die Risikoaversion der Anleger gehe aber angesichts einer sich abzeichnenden Lösung für das irische Finanzierungsproblem etwas zurück, was Gold als sicheren Hafen etwas uninteressanter werden lasse.

Kommentare zu " Rohstoffe: Nachfrage nach Gold sinkt"

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  • Nanu, ich hab gelesen, dass die Preise für Gold weiterhin steigen sollen (procontra-online).

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