Rohstoffe
Öl bald bei 20 Dollar?

Der Ölpreis eilt von einem Tief zum nächsten. Nach Goldman Sachs wähnt nun auch Morgan Stanley die 20-Dollar-Marke in Reichweite. Hauptgrund sei aber nicht das Überangebot auf dem Weltmarkt.

DüsseldorfÖlhändler dürften mittlerweile ziemlich abgehärtet sein. Der Öl-Preis hat seit Juni 2014 mehr als zwei Drittel seines Werts verloren. Doch was nun die größten Investmentbanken vorhersagen, dürfte den Ölhändlern dennoch einen Schock verpassen.

Nach Goldman Sachs prognostiziert nun auch die Investmentbank Morgan Stanley der Sorte Brent einen Kursrutsch auf 20 Dollar je Barrel (159 Liter). Das hat zwar auch mit dem anhaltenden Überangebot zu tun – im dritten Quartal 2015 wurden laut Energieministerium der USA täglich noch 1,8 Millionen Barrel pro Tag mehr gefördert, als der Weltmarkt benötigte - der nun wichtigste Preisdrücker sei aber ein ganz anderer.

Denn laut Morgan Stanley schlägt sich der US-Dollar in den aktuell niedrigen Preisregionen stark im Ölpreis nieder. Der Grund: Die beiden wichtigsten Sorten am Weltmarkt, Brent und WTI, werden hauptsächlich in Dollar gehandelt. Sie sind also stark abhängig vom Kurs der US-Währung. Die Morgan Stanley Banker rechnen vor, welche Konsequenzen das hat: Klettert die Währung um fünf Prozent, sinkt der Preis für ein Barrel um zehn bis 25 Prozent. Schließlich verteuert sich mit dem US-Dollar auch das Öl für Länder mit anderen Währungen.

Die Ölschwemme mag den Preis unter die 60-Dollar-Marke gedrückt haben, schlussfolgern die Morgan Stanley-Analysten. Den Unterschied zwischen 35 und 55 Dollar je Barrel mache allen voran jedoch der Dollar aus, argumentieren sie. „Wenn wir uns die derzeitige Aufwertung des US-Dollars anschauen, scheint ein Ölpreis zwischen 20 und 25 Dollar durchaus wahrscheinlich.“

Damit schließt sich die Bank den Einschätzungen von Goldman Sachs an. Die hatten schon im September 2015 einen Fall unter die 20-Dollar-Marke prognostiziert. Die Ursache sahen sie jedoch in einem anderen Punkt: Schon bald würden die Kapazität der Öllager erreicht sein. Das wiederum könnte einen heftigen Einbruch erzwingen. Damit die Produktion an den Förderbrunnen weitergehen kann, müssten dann Vorräte zu Schleuderpreisen verkauft werden.

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