Rohstoffe
Öl ist wieder günstiger

Die Ölpreise sind am Mittwoch im asiatischen Handel leicht gefallen. Einer der Gründe: der Atomtest in Südkorea. Dennoch kostet Öl so viel wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Experten rechnen mit einem rasanten Anstieg, wenn die Wirtschaft wieder anspringt.

HB FRANKFURT. Die letzten Monate kannte die Preiskurve nur eine Richtung: nach oben. Die Aussicht auf konstante Förderquoten der Opec hat den Höhenflug des Ölpreises jetzt aber erstmal gestoppt. Händler bezeichneten die Bewegungen an den Rohstoffmärkten allerdings als wenig aussagekräftig, da wegen eines Feiertages die wichtigsten Handelsplätze in New York und London geschlossen blieben.

Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI kostete im elektronischen Handel mit rund 61 Dollar ein Prozent weniger als am Freitagabend. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,2 Prozent auf rund 60 Dollar. „Der Ölpreisanstieg der vergangenen Wochen dürfte auch dazu beitragen, dass die Opec bei ihrer Sitzung am Donnerstag keine weitere Kürzung der Förderquoten beschließen wird“, sagte Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank.

In der vergangenen Woche hatte der Ölpreis rund 9,5 Prozent zugelegt. Treiber war vor allem die Hoffnung auf eine stabilere Weltwirtschaft und eine verstärkte Nachfrage aus den USA und China. Analyst Weinberg sieht im schwachen US-Dollar den Hauptgrund. „Solange die US-Währung zur Schwäche neigt, dürfte der Ölpreis unterstützt bleiben, obwohl die Fundamentaldaten den kräftigen Preisanstieg um 33 Prozent oder 15 Dollar innerhalb des letzten Monats kaum rechtfertigen.

Hoffnung auf Belebung der Kunjunktur

Die steigenden Ölpreise deuten nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf eine Erholung der Weltwirtschaft hin. Das sagte ein IWF-Spitzenbeamter am Rande eines Treffens der G8-Energieminister in Rom. Die Ölpreise liegen derzeit über 60 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Februar hatte das Barrel etwa 37 Dollar gekostet. Im vergangenen Juli waren mehr als 147 Dollar bezahlt worden.

„Das spiegelt eine grundsätzliche Erholung wider“, sagte IWF-Vize John Lipsky. Der Preisanstieg zeige auch, dass die Nachfrage sich wieder erhole. Lipsky forderte die Regierungen auf, für weniger Schwankungen am Ölmarkt zu sorgen. „Rasche Veränderungen des Ölpreises stehen globalem Wachstum und finanzieller Stabilität diametral entgegen“, sagte er.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%