Rohstoffe
Öl- und Goldpreise legen zu

Die Öl- sowie Goldpreise profitieren von der Entscheidung der US-Notenbank, die US-Konjunktur nach wie vor durch Wertpapierkäufe im Volumen von 85 Milliarden Dollar zu stützen. Sie legen damit weiter zu.
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SingapurDie Ölpreise haben am Donnerstag weiter zugelegt. Bereits am Mittwochabend waren sie von der Entscheidung der US-Notenbank Fed, die Geldflut vorerst nicht einzudämmen, in die Höhe getrieben worden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete im Handelsverlauf 110,97 Dollar. Das waren 37 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Fass US-Rohöl (Referenzsorte WTI) stieg um 70 Cent auf 108,77 Dollar.

Zur Überraschung vieler Beobachter hatte die Federal Reserve am Mittwochabend einen ersten Schritt zur Rücknahme ihrer sehr lockeren Geldpolitik bis auf Weiteres aufgeschoben.

Damit wird die US-Konjunktur nach wie vor durch Wertpapierkäufe im Volumen von 85 Milliarden Dollar pro Monat gestützt. Erwartet worden war indes eine leichte Reduzierung. Vor der Fed-Entscheidung hatte bereits ein deutlicher Rückgang der US-Vorräte an Rohöl und Ölprodukten für Auftrieb gesorgt.

„Die Aussicht auf eine ungebremste Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik der Fed verleiht auch den Rohstoffpreisen Flügel“, kommentierten Experten der Commerzbank. Die Fachleute verwiesen zudem auf einen weiteren Preistreiber am Ölmarkt: In den USA waren die Ölvorräte zuletzt unerwartet deutlich gesunken.

Die Aussicht auf eine anhaltende Geldzufuhr der US-Zentralbank für die Finanzmärkte hat zudem den Goldpreis gestützt. Der Preis für das Edelmetall hatte nach der Entscheidung der Fed, ihre Anleihekäufe ungebremst fortzusetzen, am Mittwochabend um mehr als vier Prozent zugelegt. Am Donnerstag notierte er wenig verändert bei 1362 Dollar je Feinunze und damit nahe des zuvor erreichten Wochenhochs.

„Die Party der Fed hat sich noch nicht dem Ende geneigt“, kommentierte Rohstoff-Analyst Norman Rudschuck von der NordLB. „Allerdings wird bald wieder etwas Katerstimmung einsetzen: Der durch die Federal Reserve im Raum stehende Entzug der Liquiditätsdroge wird im vierten Quartal seine Schatten voraus werfen.“ Der Kurs für das als sicherer Anlagehafen genutzte Edelmetall ist in diesem Jahr bereits um rund 20 Prozent gefallen, da Anleger auf ein Ende der Geldflut spekuliert hatten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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