Rohstoffe
Ölmärkte legen Atempause ein

HB NEW YORK/LONDON. Der Ölpreis hat nach einem unerwartet schwachen Rückgang der Lagerbestände in den USA am Donnerstag weiter deutlich nachgegeben. Die neuesten Daten zu den US-Reserven hätten dem Markt eine "Atempause" verschafft, hieß es von Experten. Im frühen Nachmittagshandel rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI mit Auslieferung im Juni 57 Cent auf 71,36 Dollar.

Der Ölpreis ist bereits am Mittwoch unmittelbar nach der Veröffentlichung der US-Lagerbestände am Mittwoch unter Druck geraten und hat seitdem etwa 1,50 Dollar je Barrel eingebüßt. An der Rohstoffbörse in London gab der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni ebenfalls nach. Hier kostete ein Barrel 71,35 Dollar und damit 71 Cent weniger als am Vortag

Die US-Reserven sind in der abgelaufenen Woche nicht so stark abgeschmolzen wie befürchtet, sagte Rohstoffexperte Tony Nunan von Mitsubishi Corp's International. Nach der jüngsten Rekordjagd an den Ölmärkten im Zuge einer befürchteten Eskalation im Atomstreit mit dem Iran "sieht es nun nach einer Atempause an den Ölmärkten aus", sagte Nunan.

Der achte Rückgang der Benzinvorräte in den USA in der abgelaufenen Woche um 1,9 Mill. Barrel auf 200,6 Mill. Barrel habe allerdings bei den Anlegern die Sorge vor Lieferengpässen nicht entschärft, sagte Dora Borbely von der Dekabank. Nach den jüngsten Daten zu den Lagerbeständen sei die Situation auf dem Benzinmarkt "dramatisch". Im historischen Vergleich seien die Reserven "nunmehr sehr niedrig".

Einen "kleinen Hoffnungsschimmer" stelle jedoch die Auslastung der US-Raffineriekapazitäten in den USA dar, sagte Borbely. Die Lage der Benzinreserven sei aber insofern alarmierend, weil der Kraftstoffverbrauch in den USA mit Beginn der Ferienzeit erfahrungsgemäß sprunghaft ansteigt. Die Vereinigten Staaten verzeichnen als größte Volkswirtschaft der Welt auch den höchsten Benzinverbrauch.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist weiter starken Schwankungen unterworfen. Ein Barrel (159 Liter) aus der Förderung des Kartells kostete am Mittwoch im Durchschnitt 66,94 Dollar, wie das Opec-Büro in Wien am Donnerstag mitteilte. Das waren 73 Cents mehr als am Vortag (66,21 Dollar).

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