Rohstoffe
Ölpreis auf Rekordkurs

Der Rohölpreis haussiert. In den letzten fünf Handelstagen legte er in den USA um fast neun Dollar auf zeitweise knapp 88 Dollar je Barrel (159 Liter)zu. Auch Brentöl markierte mit 84,75 Dollar gestern einen Rekordstand. Getrieben wurden die Ölpreise zuletzt vor allem durch die Spannungen an der türkisch-irakischen Grenze, aber auch durch neue Prognosen der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec).

LONDON. Inflationsbereinigt liegen die Preise aber noch deutlich unter den Höchstständen.„Der Markt hält einen Angriff der Türkei auf den ölreichen Nordirak für eine Bedrohung für die Ölversorgung in der ganzen Region“, erläutert Eugen Weinberg von der Commerzbank die Situation. 30 türkische Soldaten und Zivilisten sollen in letzten zwei Wochen von kurdischen Separatisten im Nord-Irak getötet worden sein.

Die Verunsicherung der Märkte wurde dann zusätzlich durch die Opec geschürt. Die Organisation sieht trotz der Rekordpreise für Rohöl keinen Grund, ihre Förderquoten über die bereits zusätzlich vereinbarte Menge von rund 500 000 Barrel pro Tag zu erhöhen. Zwar gab sich der amtierende OPEC-Generalsekretär Abdallah el Badri am Dienstag in einer Mitteilung „über die jüngste Eskalation bei den Ölpreisen“ besorgt. Es gebe jedoch im Bereich der Ölförderung keinen Grund für diesen Preisanstieg.

Mögliche leichte Nachfrageverluste in den USA und Europa würden laut Opec 2008 durch den steigenden Ölverbrauch Asiens mehr als wettgemacht werden. Der Ölpreis „sprang daraufhin förmlich in die Höhe“, nahm Kurs auf die 90-Dollar-Marke, berichten Londoner Händler.

„Der fallende Dollarkurs rechtfertigt zudem einen höheren Ölpreis“, konterte die Opec Vorwürfen, in denen dem Kartell Preistreiberei durch eine Verknappung des Angebots vorgeworfen werden. Zu diesen Kritikern gehört etwa das von dem ehemaligen saudischen Ölminister Ahmed Yamani geleitete Zentrum für Energiestudien, CGES, in London. „Die Opec hat durch ihre konsequente Verknappungspolitik eine völlig saison-unübliche Schrumpfung der weltweiten Ölvorräte in den ersten drei Quartalen 2007 herbeigeführt“, kritisieren die CGES-Experten. Die Vorräte seien damit so niedrig wie seit 2004 nicht mehr. Sollte sich der Ölverbrauch trotz des seit Ende August um immerhin 20 Prozent gestiegenen Preises behaupten, drohe für das Frühjahr 2008 ein Preis von „mindestens 90 Dollar“. Die von der Opec angekündigte Steigerung der Tagesförderung um 500 000 Barrel komme zu spät, um noch maßgeblichen Einfluss auf die Vorratslage für den Winter zu haben.

In den USA lagen die Heizölvorräte vor kurzem um fast 28 Prozent unter dem Vorjahresstand und die Benzinvorräte um zehn Prozent niedriger. Überdies waren die Rohölbestände an dem Auslieferungsterminal für den Terminhandel in Cushing Oklahoma auf den tiefsten Stand seit 21 Monaten abgesackt.

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