Rohstoffe
Ölpreis auf Sieben-Monats-Hoch

Der Anstieg des Ölpreises setzt sich fort. Aktuell kostet der Rohstoff mehr als 72 Dollar pro Barrel - so viel wie seit sieben Monaten nicht mehr. Der rasante Anstieg überrascht selbst Experten. Einige sehen den Ölpreis im nächsten Frühjahr schon bei 100 Dollar. Was Anleger und Konsumenten wissen sollten.

HB WIEN. Schneller als erwartet erholt sich der Ölpreis. In den USA kostete ein Barrel (159 Liter) Rohöl erstmals seit sieben Monaten wieder mehr als 72 Dollar, am Mittwoch hatte Öl bereits die aus psychologischen Gründen wichtige Grenze von 70 Dollar genommen, am Freitag hielt sich der US-Ölpreis trotz eines leichten Rückgangs über der Marke von 72 Dollar. Das Barrel der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Juli kostete am Morgen 72,37 Dollar und damit 31 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,51 Dollar und damit 28 Cent weniger als am Vortag.

Ein steigender Preis für Rohöl gilt als ein Indikator für eine sich erholende Weltkonjunktur. Es gibt allerdings schon die Sorge, dass Rohöl zu schnell zu teuer wird und dieser Faktor die Erholung der Weltwirtschaft abbremst.

Der schnelle Anstieg des Ölpreises überrascht auch den wichtigsten Spieler auf dem Markt, die Organisation Erdöl-exportierender Länder (Opec). Vor zwei Wochen hatte Opec-Generalsekretär Abdullah El-Badri auf dem Treffen der Erdöl-Förderländer in Wien noch die Erwartung ausgesprochen, dass der Ölpreis zum Jahresende zwischen 70 und 75 US-Dollar liegen werde. Mit einem dauerhaften Rückgang der hohen Lagerbestände sei in diesem Jahr genauso wenig zu rechnen, deshalb werde es auch keine Ausweitung der Ölproduktion geben.

Doch die Realität sieht inzwischen anders aus: Erste vorsichtige Hinweise auf eine Erholung der Welt-konjunktur sind verantwortlich für den unerwartet starken Ölpreisan-stieg, sagten gestern Händler. Die meisten Experten erwarten nun einen langsamen Anstieg der Nachfrage. Auch die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris glaubt an erste Vorboten, dass sich die Weltwirtschaft erholt. Die tägliche Nachfrage für Rohöl wird nach Angaben der IEA in diesem Jahr leicht um gut 100 000 Barrel auf 83,3 Millionen anwachsen. Das ist das erste Mal seit zehn Monaten, dass die Energieagentur ihre Nachfrageschätzung nach oben und nicht nach unten korrigiert. Die IEA warnte jedoch gleichzeitig vor zu viel Optimismus. "Es könnte auch sein, dass die Rezession jetzt nur ihren Tiefpunkt erreicht hat", teilte die Agentur gestern mit.

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