Rohstoffe
Ölpreis auf Zwei-Monats-Tief

Erleichterung über gut gefüllte US-Öllager und die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat den Ölpreis am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit fast zwei Monaten gedrückt. Obwohl die Preise damit vier Tage hintereinander gefallen sind, kostet Öl aber noch immer rund 15 Prozent mehr als zu Jahresanfang.

HB LONDON. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent verbilligte sich um knapp einen Dollar auf 71,90 Dollar. US-Leichtöl kostete sogar weniger als 71 Dollar. Vor rund einer Woche hatte Brent mit über 78 Dollar so viel gekostet wie nie zuvor. Zur Talfahrt der Preise hat seither auch die Nachricht beigetragen, dass BP nach einem Leck in einer Alaska-Pipeline doch nur die Hälfte des größten Ölfelds der USA schließen muss.

Einige Händler hatten befürchtet, dass die Lieferausfälle aus Alaska zu einem überraschend kräftigen Rückgang der Lagerbestände führen könnten. Bereits am Mittwoch jedoch stellte sich heraus, dass die US-Rohölvorräte in den vergangenen Tagen nur im Rahmen der Erwartungen abgenommen haben. Damit sind sie weiter fast auf dem höchsten Stand der vergangenen sechs Jahre. Die Raffinerien haben somit einen großen Puffer, falls es zu Lieferausfällen kommt - etwa durch einen Hurrikan.

Für Erleichterung sorgte zudem die Tatsache, dass die Benzin-Nachfrage im Vergleich zur Vorwoche abnahm. Händler begründeten dies mit dem nahenden Ende der Feriensaison Anfang September. Weil viele Amerikaner mit dem Auto in den Urlaub fahren, ist die Nachfrage nach Benzin im Hochsommer traditionell sehr noch und nimmt Ende August wieder ab.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) kündigte zudem am Donnerstag an, in diesem Jahr ihre Ölproduktion nicht mehr zu drosseln. Das Kartell will nach den Worten seines Präsidenten Edmund Daukoru den Märkten auf diese Weise zeigen, dass die hohen Preise auf das Konto ungenügender Raffineriekapazitäten gehen und nicht auf eine unzureichende Förderung.

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