Rohstoffe
Ölpreis fällt auf Jahrestief

Die Sorge vor einer Nachfrageschwäche wegen der anhaltenden Finanzkrise setzt die Ölpreise unter Druck. Experten rechnen in den kommenden Tagen mit weiteren Preisrückgängen.

HB NEW YORK.Der US-Ölpreis ist wegen der wachsenden Sorgen der Anleger vor einem Übergreifen der Finanzkrise auf die Realwirtschaft auf den tiefsten Stand des Jahres gefallen. Zeitweise rutschte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im November auf 86,05 Dollar. Erst die Zinssenkungen führender Notenbanken der Welt in einer abgestimmten Aktion zur Bekämpfung der Finanzmarktkrise bremste die Talfahrt der Ölpreise. Im Nachmittagshandel kostete ein Barrel US-Öl zuletzt 87,66 Dollar. Das waren aber immer noch 2,40 Dollar weniger als am Vortag.

Auch an der Börse in London ist der Preis für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent im Handelsverlauf zeitweise deutlich in Richtung der Marke von 80 Dollar abgerutscht. Auch hier setzte nach den Leitzinssenkungen eine Erholung ein und ein Fass kostete zuletzt 82,98 Dollar und damit 1,68 Dollar weniger als am Dienstag.

Trotz der leichten Erholung im Handelsverlauf steht der Ölmarkt nach Einschätzung von Experten weiter „im Bann der Finanzmarktkrise“. Die Commerzbank rechnet auch in den kommenden Handelstagen mit weiter fallenden Ölpreisen. „Kurzfristig dürfte der Ölpreis unter Druck bleiben“, sagte Commerzbank-Experte Eugen Weinberg.

Einen Hinweis auf weiter sinkende Preise habe beispielsweise die jüngste Nachfrageprognose des US-Energieministeriums geliefert, sagte Weinberg. Demnach erwartet die Regierung in Washington in der größten Volkswirtschaft der Welt im laufenden Jahr ein Plus bei der Nachfrage nach Rohöl von 330 000 Barrel pro Tag. Im Vergleich zur Schätzung im Vormonat habe sich die Prognose des Ministeriums damit in etwa halbiert, sagte Weinberg weiter.

Im weiteren Handelsverlauf dürften die Anleger vor allem noch die neusten Daten zu den Ölreserven in den USA im Blick haben. Experten erwarten bei der Veröffentlichung am späten Nachmittag einen Anstieg bei den Vorräten an Rohöl und auch an Benzin. Das dürften die Ölpreise dann zusätzlich unter Druck setzen, hieß es von Händlern.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist zuletzt weiter gesunken. Wie die OPEC am Mittwoch in Wien berichtete, verbilligte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl am Dienstag um 1,53 US-Dollar auf 80,04 Dollar im Vergleich zum Vortag. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten des Kartells.

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