Rohstoffe
Ölpreis fällt auf Vier-Jahres-Tief

Die USA sind der größte Ölkonsument. Die Aussicht auf steigende Lagerbestände an Rohöl drückt die Preise. Ein Barrel Brent kostet nur wenig mehr als 80 Dollar – am Vortag war der Preis unter die wichtige Marke gerutscht.
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SingapurAm Rohstoffmarkt setzte der Ölpreis seine Talfahrt fort. Die richtungsweisende Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verlor 2,1 Prozent und war mit 78,71 Dollar je Barrel (159 Liter) so billig wie zuletzt im September 2010. Grund hierfür sind Börsianern zufolge das Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage vor allem aus Asien.

Der Ölpreis-Verfall setzte auch dem Rubel zu, da dieser Rohstoff ein wichtiges Exportgut Russlands ist. Für zusätzliche Verunsicherung sorgten Spekulationen um neue Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und pro-russischen Separatisten. Dollar und Euro verteuerten sich um jeweils mehr als ein Prozent und nahmen Kurs auf ihre Rekordhochs der Vorwoche. Im Gegenzug brach der Leitindex RTS der Moskauer Aktienbörse um 3,1 Prozent ein.

Am Vortag hatte die Opec mitgeteilt, dass die Nachfrage nach ihrem Öl im nächsten Jahr auf 29,20 Millionen Barrel täglich fallen würde – eine Million Fässer weniger, als die Kartell-Mitglieder derzeit produzieren. Zugleich gibt es weiter keine Anzeichen dafür, dass Saudi-Arabien wie in früheren Jahren seine Produktion kürzen könnte, um die Preise zu stützen.

Ölminister Ali al-Naimi hatte am Mittwoch das Interesse des Königreiches an einem stabilen Markt bekräftigt, wollte sich aber zu dem Preisverfall nicht äußern. Das nächste Opec-Treffen findet am 27. November statt.

Saudi-Arabien ist der weltgrößte Exporteur von Öl und hatte zuletzt erklärt, mit niedrigeren Preisen leben zu können. Für die US-Ölindustrie, die das Schieferöl unter hohen Kosten aus der Erde presst (Fracking), könnte das aber schwieriger werden. Die Internationalen Energiebehörde IEA rechnet daher damit, dass die Investitionen in die kostspielige Schieferöl-Förderung in den USA im nächsten Jahr um zehn Prozent fallen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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