Rohstoffe
Ölpreis fällt, Gold zieht weiter an

Die Ölpreise sind am Dienstag vor allem wegen des steigenden Dollarkurses gesunken. Die Feinunze Gold kostete am Abend 1.255,80 Dollar und lag damit weniger als zehn Dollar unter ihrem Allzeithoch.
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HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Die Ölpreise sind am Dienstag vor allem wegen des steigenden Dollarkurses gesunken. Am späten Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Oktober 73,65 Dollar. Das waren 95 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent stieg um zwei Cent auf 76,85 Dollar.

Die Kursgewinne des Dollar zum Euro hätten die Ölpreise gedrückt, sagten Händler. Zudem belaste auch die trübe Stimmung an den Aktienmärkten die Ölpreise.

Der deutliche Abstand von rund drei Dollar zwischen dem Brent- Preis und dem WTI-Preis ist nach Angaben der Commerzbank auf die Überversorgung des US-Marktes zurückzuführen. Dies spiegele sich in rekordhohen Lagerbeständen an Rohöl und Ölprodukten wider. Der gedämpfte Nachfrageausblick in den USA mache es zudem unwahrscheinlich, dass der starke Lagerüberhang in den kommenden Monaten abgebaut werde. Der Brent-Preis sei daher für den weltweiten Ölmarkt repräsentativer.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist weiter gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel am Montag im Durchschnitt 73,43 Dollar. Das waren 38 Cent mehr als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

Die Feinunze Gold kostete am Abend 1.255,80 Dollar und lag damit weniger als zehn Dollar unter ihrem Allzeithoch.

Der Preis für die Feinunze war in London am Nachmittag mit 1.256,75 (1.249,00) Dollar gefixt worden. Der Kilobarren Gold kostete 31.130,00 (30.870,00) Euro.

Sein Allzeithoch hatte der Goldpreis erst am 21. Juni 2010 mit 1 264,90 Dollar erreicht. Der Goldpreis kann laut Commerzbank dem festeren Dollar weitgehend trotzen. Dahinter stünden Sorgen über die Stabilität des europäischen Bankensystems.

So könnte der Kapitalbedarf der europäischen Banken bei einem Inkrafttreten der neuen Eigenkapitalregeln steigen, schreibt das Bankhaus. Zwar dürfte eine Umsetzung der so genannten Basel-III-Regeln mit erheblichen Übergangsfristen einhergehen. Zunächst jedoch könnten Finanzierungssorgen dominieren. Von daher dürfte Gold als sicherer Hafen gefragt bleiben, erwartet die Commerzbank.

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