Rohstoffe
Ölpreis fällt kräftig – Russland stellt Notfallplan auf

Nach deutlichen Verlusten in den vergangenen Wochen fallen die Ölpreise noch tiefer. Das bekommt vor allem Russland zu spüren. Die russische Zentralbank erstellt einen Notfallplan – für einen Ölpreis von 60 Dollar .
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FrankfurtDie Furcht vor einem Preiskampf zwischen den Förderländern hat den Ölpreis am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Der Preis für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee fiel um knapp drei Prozent und lag mit 91,55 Dollar je Barrel auf dem niedrigsten Stand seit Juni 2012. Der Terminkontrakt auf das US-Öl WTI fiel ähnlich stark auf ein 18-Monats-Tief von 88,18 Dollar.

Genährt wurden die Spekulationen von der Ankündigung des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco von Preisnachlässen für asiatische Kunden. "Dass Saudi-Arabien gewillt ist, über den Preis zu konkurrieren, ist eine tiefgreifende Veränderung", betonte Bjarne Schieldrop, Chef-Rohstoffanalyst der SEB. Er gehe davon aus, dass sich der Brent-Preis erst unterhalb der Marke von 88 Dollar stabilisieren werde.

Spekulationen auf ein Überangebot setzen dem Ölpreis seit Wochen zu. Er liegt aktuell knapp 20 Prozent unter dem Niveau von Ende Juni.

Der Preisverfall des wichtigsten russischen Exportguts sorgt für Verkäufe am dortigen Aktienmarkt. Der Leitindex RTS der Moskauer Börse fiel um 1,1 Prozent und notierte mit 1100,78 Punkten so niedrig wie zuletzt im März. Die weitere Entwicklung lasse sich zwar schwer vorhersagen, ein Ende der Talfahrt sei allerdings nicht in Sicht, sagte Analyst Timur Nigmatullin von Investcafe.

Die russische Währung setzte dagegen ihren Erholungskurs fort. Der Dollar verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 39,605 Rubel. Anleger reagierten erleichtert, dass die russische Regierung keine Maßnahmen gegen Kapitalflucht ergreifen will, sagten Börsianer.

Die russische Zentralbank rüstet sich mit einem Notfallplan für einen Einbruch des Ölpreises. Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte die Erste Vizechefin der Notenbank, Xenia Judajewa, am Mittwoch mit den Worten, die Währungshüter arbeiteten an einem „Stress-Szenario“. Es sehe Notmaßnahmen für den Fall vor, dass der Ölpreis auf 60 Dollar pro Fass falle.

Laut Experten droht Russland bei einem solchen Preissturz um ein Drittel eine tiefe Rezession. Das Öl- und Gasgeschäft macht rund die Hälfte der Staatseinnahmen in dem rohstoffreichen Schwellenland aus. Die Regierung geht bei ihren Haushaltsplanungen von einem Ölpreis von 100 Dollar aus.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Dies habe ich heute bereis gelesen.:

    http://german.ruvr.ru/news/2014_10_02/Putin-bekraftigt-Russlands-Finanzstabilitat-Keine-Einschrankungen-fur-Kapitalbewegung-8339/

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