Rohstoffe
Ölpreis fällt unter 100 Dollar

Der Ölpreis fällt unter die Marke von 100 Dollar je Barrel - zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr. Und das, obwohl wichtige Ölförderländer von Krisen erschüttert werden. Doch die Anleger schauen auf die USA und China.
  • 0

FrankfurtAus Furcht vor einem weiteren Nachfragerückgang haben sich Anleger am Montag aus dem Rohöl-Markt zurückgezogen. Der Preis für Brent fiel um bis zu 1,1 Prozent unter die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar je Barrel. Mit 99,76 Dollar war die richtungsweisende Rohöl-Sorte aus der Nordsee so billig wie zuletzt im Juni 2013. US-Sorte WTI fiel um ein Prozent auf ein Acht-Monats-Tief von 92,37 Dollar.

Genährt würden die Spekulationen von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA und China. Die rückläufigen chinesischen Importe deuteten auf eine schwächelnde Inlandsnachfrage hin, sagte Victor Shum, Partner bei der Öl-Beratungsfirma Purvin & Gertz. „Das schürt weitere Sorgen über die Erholung der chinesischen Wirtschaft.“ Auch in den USA wuchs die Furcht vor einer Abkühlung der Konjunktur, nachdem der am Freitag bekanntgegeben Jobaufbau im August hinter den Erwartungen zurückgeblieben war.

Derzeit trifft ein starkes Angebot auf eine vergleichsweise niedrige Nachfrage. Zwar stecken wichtige Ölländer wie der Irak in politischen Krisen, doch auf die Produktion hatte das bisher kaum Einfluss. Die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), die in Syrien und im Irak kämpft, sind bislang nicht im Süden des Iraks aktiv, wo 90 Prozent des für den Export vorgesehenen Öls gefördert wird.

Auch die russischen Ölexporte sind trotz der Spannungen mit dem Westen wegen der Ukraine-Krise bislang auf dem üblichen Niveau. In Libyen ist die Erdölproduktion vor kurzem wieder angelaufen.

Zugleich fördern die USA mit der umstrittenen Fracking-Methode laut Experten zunehmend mehr Öl selbst, sodass sie weniger auf Importe angewiesen sind. In der Folge sinkt der Preis für Rohöl auch in Europa. Hinzu kommt, dass der vergleichsweise starke Dollar Öl für Abnehmer, die in anderen Währungen zahlen, teurer macht und so deren Nachfrage bremst.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rohstoffe: Ölpreis fällt unter 100 Dollar"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%