Rohstoffe
Ölpreis fällt unter 100 Dollar

Auf den Rohstoffmärkten ist die Nervosität deutlich spürbar. Der Preis für Rohöl aus der Nordsee ist erstmals seit acht Monaten unter die 100-Dollar-Marke gefallen. Auch die Preise für Kupfer und Gold sind gefallen.
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Singapur/FrankfurtAm Freitag notierte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Juli in London zwischenzeitlich bei 99,60 Dollar. Das war der niedrigste Stand seit Anfang Oktober 2011. Händler machten die jüngsten schlechten Wirtschaftsdaten aus China und den USA sowie die Schuldenkrise in Europa verantwortlich. Auch in New York fiel der Preis für die Sorte West Texas Intermediate auf 84,78 Dollar pro Barrel. Dies war der niedrigste Stand seit dem 20. Oktober 2011.

Auch andere Rohstoffkurse fielen deutlich ab. Der Kupferpreis sank auf den niedrigsten Stand seit fünf Monaten. Die Risikoscheu der Anleger mache auch vor Gold nicht mehr Halt. Die Feinunze Gold verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1550 Dollar. Der Preis für das Edelmetall hatte sich im Mai so stark verbilligt wie seit 30 Jahren nicht mehr. Der angstgetriebene Handel weite sich aus, sagte Nick Trevethan, Rohstoffstratege bei ANZ in Singapur.

Auslöser für die Verkäufe waren jüngste Industriedaten aus Europa und Fernost. In der Euro-Zone rutschte der Markit-Einkaufsmanagerindex im Mai um 0,8 auf 45,1 Punkte und damit auf den schlechtesten Wert seit Mitte 2009. In China fiel der amtliche Einkaufsmanager-Index für die Großunternehmen zugleich überraschend kräftig auf 50,4 Punkte und damit den tiefsten Stand in diesem Jahr. Die Daten lieferten den Anlegern einen weitere Grund, ihre Positionen am Ölmarkt zu reduzieren, sagte Jim Ritterbusch von Ritterbusch & Associates. Dass China wenig Interesse daran zeige, die Konjunktur mit neuen Programmen zu stimulieren, komme noch hinzu.

Nervosität herrschte auch vor einer Flut von US-Konjunkturdaten am Nachmittag. Unter anderem stehen der offizielle Arbeitsmarktbericht und der ISM-Einkaufsmanagerindex auf der Agenda. Gestern hatten US-Daten bereits für lange Gesichter an den Finanzmärkten gesorgt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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