Rohstoffe
Ölpreis fällt wieder unter 130 Dollar

Der Ölpreis hat sich etwas von seinem Rekordstand entfernt und ist unter die Marke von 130 Dollar gerutscht. Im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse sank die Notierung für US-Leichtöl am Dienstag zeitweise um über zwei Dollar auf 129,10 Dollar je Barrel (159 Liter).

ap NEW YORK/HAMBURG. Als Grund führten Händler die Vermutung an, dass die steigenden Preise eventuell die Nachfrage nach Kraftstoffen während der sommerlichen Fahrsaison (driving season) in den USA bremsen könnten. Im Handelsverlauf hatte Öl am Dienstag zunächst noch über 133 Dollar gekostet.

Vergangene Woche hatte der Ölpreis erstmals die Marke von 135 Dollar je Barrel durchbrochen und ein Allzeithoch von 135,09 Dollar erreicht. Damit hat sich der Preis innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. In den nächsten zwei Jahren könnte der Preis nach jüngsten Prognosen bis auf 200 Dollar je Fass steigen.

Die Autofahrer in Deutschland müssen weiter mit dem teuren Sprit leben. Diesel und Superbenzin sind derzeit etwa gleich teuer. Beide Produkte kosteten nach Angaben aus der Mineralölbranche vom Dienstag im bundesweiten Durchschnitt jeweils etwa 1,50 Euro je Liter. Als Grund für den teuren Sprit nannten Experten die hohen Einkaufspreise am zentralen Rotterdamer Markt.

Der Auto Club Europa (ACE) forderte die Bundesregierung unterdessen auf, alles zu unternehmen, um dem „preistreiberischen Verhalten“ der Mineralölkonzerne Einhalt zu gebieten. Der ACE rief zum Tanktourismus auf, wo immer dies etwa im grenznahen Bereich möglich sei. Zudem müsse die volle Pendlerpauschale zur Entlastung berufstätiger Autofahrer wieder eingeführt werden. Die FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin forderte die Bundesregierung auf, die Ökosteuer zu senken. „In den vergangenen Jahren war die Bundesregierung mit der Ökosteuer und der Erhöhung der Mehrwertsteuer der Hauptpreistreiber bei den Energiepreisen“, sagte Koch-Mehrin der in Hannover erscheinenden „Neuen Presse“.

FDP-Generalsekretär Dirk Niebel forderte einen verminderten Mehrwertsteuersatz auf Energie. „Das ist ein kurzfristiger Akt der Selbstverteidigung im Bürgerinteresse“, sagte er dem „Darmstädter Echo“ (Mittwochausgabe).

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy will die Spritsteuern in der EU senken. Ein Einfrieren der Mehrwertsteuer auf Kraftstoff könnte den steigenden Ölpreis abfedern, sagte er am Dienstag in einem Radiointerview. Mit seinem Vorschlag werde er bei den EU-Partnern werben. „Es müsste eine europäische Entscheidung sein.“ In Brüssel stieß die Initiative aber auf Ablehnung.

Mehrere hundert Lkw-Fahrer protestierten in Großbritannien unterdessen gegen die drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise und verlangten staatliche Beihilfen. Sie blockierten am Dienstag eine Autobahn am Rande Londons. Die Polizei musste den Abschnitt sperren und ungezählte Pkw-Fahrer umleiten.

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