Rohstoffe
Ölpreis klettert auf höchsten Stand seit 2008

Der Ölpreis steigt, ein Fass der Sorte WTI kostet so viel wie zuletzt vor zwei Jahren. Dafür sorgt das kalte Winterwetter in den USA und Europa sowie die Nachfrage aus China. Analysten gehen davon aus, dass der Ölpreis im nächsten Jahr über 100 Dollar je Barrel steigen wird.
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HB FRANKFURT. Das kalte Winterwetter im Nordosten der USA und in Europa hat den Ölpreis weiter angetrieben. Das Barrel der US-Sorte WTI kostete in der Spitze 91,88 (Donnerstagabend: 91,51) Dollar und damit so viel wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die Nordseesorte Brent war zeitweise für 94,52 (Freitagabend: 93,77) Dollar zu haben.

Während weite Teile Europas seit Tagen von Schneefällen heimgesucht werden, haben am Wochenende auch im Nordosten der USA heftige Schneestürme begonnen und dort zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen geführt. Der Nordosten der USA ist die Region, die weltweit am meisten Heizöl verbraucht.

Im frühen Handel hatte zunächst die Zinserhöhung in China Investoren etwas beunruhigt, da sie darin eine Bremse für die Konjunkturdynamik der Volkswirtschaft sehen. Allzu lang hielt diese Skepsis dann aber nicht an.

Analysten erwarten einer Reuters-Umfrage zufolge, dass es nach einem unerwartet kräftigen Anstieg der weltweiten Öl-Nachfrage in diesem Jahr 2011 zumindest moderat weiter nach oben gehen wird. Ein Drittel des prognostizierten Produktionszuwachses von 1,5 Mio. Barrel pro Tag entfällt dabei auf China. Die Volksrepublik ist der weltweit zweitgrößte Ölverbraucher nach den USA.

Für das Zugpferd der Weltwirtschaft und viele andere Schwellenländer sehen Experten jedoch trotz der von ihnen mitverursachten Verteuerung des Rohstoffs vorerst keinen Grund zur Sorge: "Sie können sich zwar nicht völlig von dieser Entwicklung abkoppeln, doch durch das Ankurbeln der Binnennachfrage neue Impulse setzen", meint Sara Johnson von IHS Global Insight.

Höhere Importkosten beim Öl dürften zwar das Wachstums der Wirtschaftsleistung dämpfen, doch der anziehende Konsum könnte diesen Effekt mehr als wettmachen. In vielen Schwellenländern zeichne sich bereits ab, dass die Verbraucher tatsächlich in die Bresche springen könnten. "Dies ist eben der Unterschied zur Entwicklung in den zurückliegenden zehn Jahren", meint Johnson.

"Die Rohöl-Preise dürften das Wachstum zwar bremsen, doch ein Rückfall in die Rezession in den Schwellenländern droht damit nicht", sagt der Rohstoff-Experte Hussein Allidina von Morgan Stanley. Das Bankhaus rechnet damit, dass ein Barrel Rohöl der Sorte WTI bereits 2011 im Jahresschnitt mehr als 100 Dollar kosten wird.

Kommentare zu " Rohstoffe: Ölpreis klettert auf höchsten Stand seit 2008"

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  • „Das kalte Winterwetter im Nordosten der USA und in Europa hat den Ölpreis weiter angetrieben“. So so.

    Diese Ereignisse haben nur geringen Einfluss auf die Höhe des Ölpreises. Wir waren ja schon mal bei 150 Dollar, sogar mitten im Sommer.

    Der Hauptgrund für den hohen Ölpreis sind die Steuerzahler weltweit, die nichts dagegen unternehmen, dass ihre Steuergelder dazu missbraucht werden, bankster und andere Spekulanten vor dem Ruin zu retten, die dann mit ihren ergaunerten Steuergeldern den Ölpreis, aber auch Grundnahrungsmittel, in immer höhere Regionen treiben.

    Denken Sie bei jeder Fahrt zur Tankstelle daran, bzw. beim Füllen ihres Heizöltanks, dass Sie selbst für den hohen benzinpreis verantwortlich sind.

    bertold brecht gibt da einen Denkanstoß: „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“.

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