Rohstoffe
Ölpreis knackt 140-Dollar-Marke

Der Ölpreis steigt und steigt. OPEC-Präsident Chakib Khelil rechnet damit, dass bereits in den kommenden Wochen weitere wichtige Marken nach oben gebrochen werden. Die Aktienkurse an der Wall Street gerieten im Handelsverlauf zunehmend unter Druck.

HB NEW YORK/LONDON. Die Ölpreise sind am Donnerstag erstmals über die Marke von 140 Dollar gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI zur Auslieferung im August stieg in der Spitze bis auf 140,05 Dollar. Die vergangene Rekordmarke war vor gut einer Woche bei 139,89 Dollar erreicht worden. Öl der Nordseesorte Brent markierte am Donnerstag ebenfalls einen Rekordstand bei 140,38 Dollar je Barrel.

Zuvor hatte Libyen erklärt, eine Reduzierung der Fördermenge als eine Möglichkeit zu prüfen. Dies sei als Reaktion auf die jüngsten US-Drohungen gegen die ölexportierenden Staaten denkbar, sagte der ranghohe Regierungsvertreter Schokri Ghanem der Nachrichtenagentur Reuters. Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht. „Wir prüfen alle Optionen“, erklärte er lediglich und verwies darauf, dass die Förderländer vor den US-Einmischungsversuchen geschützt werden müssten. Im amerikanischen Kongress kursiert derzeit eine Vorlage, wonach es dem Justizministerium erlaubt sein soll, Opec-Staaten zu verklagen. Das US-Präsidialamt hat aber ein Veto angekündigt.

Anschließend gingen die Preise wieder etwas zurück. Ein Barrel WTI wurde dann noch mit 139,59 Dollar gehandelt. Das waren 5,04 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel Brent lag bei 139,77 Dollar – 5,44 Dollar mehr als am Vortag.

Nach Einschätzung des OPEC-Präsidenten Chakib Khelil dürfte der Ölpreis im Sommer auf 150 bis 170 Dollar je Barrel steigen. Zum Jahresende dürften die Preise aber wieder sinken, sagte der Präsident der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) am Donnerstag dem französischen Fernsehsender „France 24“.

Auf kurze Sicht dürfte der Ölpreis auf hohem Niveau weiter volatil bleiben, schrieb der Rohstoffexperte der Commerzbank, Eugen Weinberg, Der Streik der Angestellten bei Chevron in Nigeria, der am Donnerstag in den dritten Tag ging, aber bislang noch nicht zu Produktionsausfällen geführt habe, halte die Spannung am Markt. Zudem ziehe auch die nahe Marke von 150 Dollar den Ölpreis noch nach oben.

Unterdessen gehen Händler davon aus, dass die Heizölpreise trotz einer leichten Entspannung am Markt bis Ende des Jahres nicht spürbar sinken werden. Neben einem relativ niedrigen Angebot an Öl drückten der traditionell hohe Spritverbrauch in den ommermonaten und voraussichtlich von Herbst an die beginnende Heizsaison auf die Preise, sagte der Zweite Vorsitzende des Verbandes für Energiehandel (VEH) Südwest-Mitte, Bernd Schilly, in Stuttgart. Derzeit koste der Liter Super-Heizöl etwa 97 Cent. Im vergangenen halben Jahr sei der Heizölpreis um ein Viertel gestiegen.

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