Rohstoffe
Ölpreis legt weiter zu

Weil die US-Vorräte unerwartet stark zurückgegangen sind, zieht der Ölpreis deutlich an. Die US-Energiebehörde hat zudem zum ersten Mal seit September ihre Prognose für den weltweiten Ölverbrauch im laufenden Jahr etwas erhöht. Gold ist als Absicherung gegen den schwachen Dollar gefragt.

FRANKFURT. Der Preis für WTI-Öl stieg in der Spitze um 2,3 Prozent auf 71,65 Dollar je Fass. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 71 Dollar.

Nach Berechnungen des American Petroleum Institute (API) sind die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um sechs Millionen Barrel gesunken, erwartet worden war ein Minus von 400 000 Barrel. "Die Statistiken sind ein erneutes Signal, dass wir die Talsohle erreicht haben könnten", sagte Risikomanager Tony Nunan von Mitsubishi Corp in Tokio.

Von seiner Rolle als Absicherung gegen einen schwachen Dollar profitierte Gold. Das Edelmetall kostete bis zu 963 Dollar je Feinunze nach 953,75 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Die US-Währung ist nach der Kursrally seit Monatsbeginn in die Defensive geraten und lag am Nachmittag zu einem Korb aus sechs Währungen 0,2 Prozent im Minus.

"Die Nachfrage nach Gold und Silber ist seit gestern Nachmittag angezogen, seit der Dollar schwächer ging", sagte Händler Alexander Zumpfe von Heraeus. Auch der starke Ölpreis wirke stützend für Gold. Ein anziehender Ölpreis wird generell als wichtiges Signal für das Interesse von Finanzinvestoren an der Anlageklasse Rohstoffe gesehen. Im Schlepptau profitieren auch andere Rohstoffe.

Der Kupfer-Preis stieg auf ein Acht-Monats-Hoch bis auf 5207 Dollar je Tonne. Im späten Vortagesgeschäft war das unter anderem für elektrische Ausrüstungen in Autos genutzte Industriemetall um 5170 Dollar gehandelt worden. "Heute trägt die Meldung über die Autoneuzulassungen in China zur positiven Stimmung erheblich bei", schrieb Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Zum fünften Mal in Folge lagen die chinesischen Autoverkäufe über denen in den USA. China sei nun auf gutem Weg, in diesem Jahr über zehn Millionen neue Autos zuzulassen, so Weinberg.

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