Rohstoffe
Ölpreis legt zu Wochenbeginn zu

Nach den jüngsten, schweren Verlusten startet der Ölpreis mit Aufschlägen in die Woche. Der drohende Streik der norwegischen Ölindustrie treibt den Preis. Nachhaltig dürfte der Anstieg aber nicht sein.
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Der sich verschärfende Arbeitskampf in der norwegischen Ölindustrie hat am Montag den Ölpreis auf hohem Niveau gehalten. Allerdings wetteten die Anleger bislang noch nicht aggressiv auf Lieferengpässe, erklärten Händler in London. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund ein Prozent auf 99,18 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 85,05 Dollar 0,7 Prozent mehr als am Freitagabend. Eine dritte Tarifrunde war am Wochenende gescheitert. Die Gewerkschaft will ihren Streik fortsetzten, und die Arbeitgeber haben ab Dienstag mit einer Aussperrung aller Beschäftigten gedroht. Der zum größten Teil dem Staat gehörende Ölkonzern Statoil will die Produktion dann einstellen.

Durch den Arbeitskampf ist die Ölproduktion des weltweit achtgrößten Ölförderers schon um 13 Prozent gesunken. Daneben stützt auch das seit dem 1. Juli in Kraft getretene Öl-Embargo der EU gegen den Iran den Ölpreis.„Ich halte den Aufwärtstrend weder für besonders kräftig noch für nachhaltig”, sagte Chefökonom Jarmo Kotilaine von der National Commercial Bank in Dschiddah in Saudi-Arabien. Er rechnet mit einer Handelsspanne für Brent zwischen 90 und 110 Dollar je Barrel. Norwegen, sagte er, sein „ein Thema”.

Für eher nachgebende Ölpreise spricht derweil die weltweit schleppende Konjunktur. So hatten die US-Arbeitsmarktdaten für Juni am Freitag die Anleger enttäuscht, und die EZB und Bank of England hatten vergangenen Donnerstag über geldpolitische Maßnahmen versucht, das Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln. Chinas Regierung warnte vor relativ deutlichen Abwärtsrisiken, denen man entgegen treten müsste. Chinas Zentralbank hatte am Donnerstag ebenfalls die Zinsen gesenkt.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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