Rohstoffe
Ölpreis: leichter Anstieg dank Konjunktur

Öl notiert wieder etwas teurer, dank positiver Erwartungen für die Konjunktur. Gut 53 Dollar kostet aktuell ein Barrel des begehrten Rohstoffs. Das könnte sich bald ändern. Lediglich Ölkonzerne profitieren noch nicht von dem leichten Anstieg und melden Rekordverluste.

SINGAPUR. Die Ölpreise haben sich am Montag nach dem kräftigen Schub zum Wochenausklang über der Marke von 53 Dollar gehalten. Im asiatischen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Juni 53,38 Dollar und damit 18 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent legte ebenfalls zu und kostete zuletzt 53,25 Dollar - das sind 40 Cent mehr als zum Wochenausklang.

Unerwartet robuste US-Konjunkturdaten hatten die Ölpreise am Freitagnachmittag um mehr als zwei Dollar in die Höhe getrieben. So hatte sich in den USA die Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe im April überraschend deutlich aufgehellt, was wiederum für Hoffnungen auf eine Stabilisierung der Wirtschaft sorgte. Dies hätte auch eine höhere Ölnachfrage zur Folge. Die am Montagnachmittag aus den USA erwarteten neuen Daten zum US- Häusermarkt könnten aus Sicht von Händlern aber wieder für etwas Ernüchterung sorgen.

Nach Ansicht eines Charttechnikers könnte sich bei Öl noch einiges tun. „Bei 54 US-Dollar pro Barrel haben wir eine Widerstandsmarke. Wird diese überwunden, kann sich der Ölpreis bis 70 US-Dollar in einer Bärenmarktrallye nach oben bewegen.“ Die Öllager seien zwar derzeit gut gefüllt. Dennoch sei laut charttechnischer Analyse Weygand zufolge auch im Ölpreis mit einer Bärenmarktrallye zu rechnen.

Der leichte Anstieg sorgt bei der Industrie nur für wenig Optimismus. Der zweitgrößte US-Ölkonzern Chevron hat ähnlich wie die europäischen Wettbewerber Shell und BP im ersten Quartal einen drastischen Gewinneinbruch erlitten. Der Überschuss stürzte wegen der Wirtschaftskrise und der gesunkenen Öl- und Gaspreise um 64 Prozent auf 1,8 Mrd. Dollar (1,4 Mrd Euro) ab.

Der Umsatz fiel zum Vorjahr um 45 Prozent auf 36,1 Mrd. Dollar, wie Chevron am Freitag im kalifornischen San Ramon mitteilte. Ohne Einmalgewinne durch Anteilsverkäufe wäre das Ergebnis noch stärker zurückgegangen.

NIEDRIGERER ÖLPREIS

Im vergangenen Jahr hatten die Ölriesen weltweit Rekordgewinne erzielt. Zum Jahresschluss waren die Ergebnisse aber bereits deutlich zurückgegangen. Der Ölpreis hatte im Juli 2008 ein Rekordhoch von mehr als 147 Dollar je Barrel erreicht. Seitdem ist er aber wegen des Einbruchs der Weltwirtschaft deutlich gesunken. Zuletzt lag er bei gut 50 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der weltgrößte börsennotierte Ölkonzern und US-Branchenprimus Exxon Mobil hatte erst am Donnerstag einen Ergebniseinbruch um 58 Prozent auf knapp 4,6 Mrd. Dollar bekanntgegeben. Auch beim größten europäischen Ölkonzern Shell (minus 58 Prozent) und bei BP (minus 62 Prozent) fielen die Gewinne in dieser Größenordnung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%