Rohstoffe
Ölpreis nimmt 70-Dollar-Marke

Die erneut aufkeimende Sorge vor einer möglichen Benzinknappheit in den USA hat den Ölpreis am Donnerstag erstmals seit vergangenem September wieder über die psychologisch wichtige Marke von 70 Dollar je Barrel getrieben.

HB NEW YORK. Zuvor war der Benzin-Lagerbestand in den USA überraschend stark gefallen. Zudem sorgte die Entscheidung der Ölkonzerne Exxon Mobil und ConocoPhilips, sich aus dem wichtigen Förderland Venezuela zurückzuziehen, für Druck auf die Preise.

Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur August-Auslieferung kletterte bis zum Mittag um 14 Cent auf 70,67 Dollar. Ein Barrel der US-Sorte WTI wurde mit 69,35 Dollar gehandelt. Das waren 38 Cent mehr als zum Handelsschluss am Vortag. Ein unerwarteter Rückgang der US-Benzinbestände hatte den Ölpreis bereits am Mittwochmittag wieder deutlich in die Höhe getrieben.

„Die jüngsten Lagerdaten aus den USA trugen nicht dazu bei, die Sorge vor einer unangemessenen Benzinversorgung zu zerstreuen", hieß es bei der Commonwealth Bank. Vor dem Hintergrund des Rückgangs der Benzinlagerbestände bleibe die Versorgungslage angespannt. In den USA erreicht die Benzinnachfrage in den Sommermonaten traditionell ihren Höhepunkt.

Die Benzinbestände liegen derzeit nach amtlichen Angaben um rund 5,5 Prozent unter ihrem Vorjahresstand. In der vergangenen Woche waren die Benzinlagerbestände überraschend um 700 000 Barrel auf 202,6 Mill. Barrel gesunken, während Experten eine weitere Aufstockung erwartet hatten. Auch die Bestände an Destillaten (Heizöl, Diesel) gingen laut US-Energieministerium um 2,3 Mill. auf 120,4 Mill. Barrel zurück. Die Rohölbestände legten hingegen um 1,6 Mill. auf 350,9 Mill. Barrel zu.

„Jeder hatte einen Anstieg der Benzinlagerbestände in der vergangenen Woche in den Vereinigten Staaten erwartet. Das ist nicht eingetreten“, sagte Analyst Phil Flynn von Alaron Trading. Das bestimme den Markt und sei der Grund für den neuerlichen Preisanstieg.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist leicht gesunken. Ein Barrel aus der Förderung des Kartells kostete am Mittwoch im Durchschnitt 67,28 Dollar, wie das Opec-Büro in Wien am Donnerstag berechnete. Das waren 15 Cent weniger als am Vortag. Die Opec errechnet den so genannten Korbpreis auf Grundlage von elf wichtigen Sorten ausschließlich aus Opec-Förderung.

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