Rohstoffe
Ölpreis sackt auf Dreijahrestief ab

Der Ölpreis fällt und fällt. Die Sorge um den Zustand der Weltkonjunktur hat die Rohstoffbörsen weltweit im Griff. Die Nachfrage geht spürbar zurück. Selbst das hungrige China hat im Oktober zum ersten Mal seit längerer Zeit wieder mehr Diesel exportiert als importiert.

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. An den Ölmärkten sind die Sorgen der Anleger vor einem starken Einbruch der Konjunktur wieder in den Vordergrund gerückt und haben den Preis für US-Rohöl zeitweise auf ein neues Drei-Jahres-Tief bei 54,13 US-Dollar gedrückt. Im weiteren Handelsverlauf konnte sich der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) aber wieder etwas erholen und stand am frühen Nachmittag bei 54,83 Dollar und damit noch zwölf Cent niedriger als am Vortag.

Auch an der Rohstoffbörse in London ist der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent leicht gesunken und stand zuletzt bei 52,20 Dollar. Das sind 13 Cent weniger als am Vortag. Zunächst hätte die Aussicht auf eine weitere Senkung der Fördermenge durch die Organisation erdölexportierender Länder die Ölpreise noch steigen lassen, hieß es von Händlern. Im späten Vormittagshandel sei dann aber wieder die Sorge der Anleger vor einem starken Abrutschen der Weltwirtschaft und einem Einbruch der Nachfrage in den Vordergrund gerückt und habe die Ölpreise belastet.

Die Flaute der Weltwirtschaft bremst auch die Konjunktur in den asiatischen Boom-Regionen. So rechnen Volkswirte beispielsweise in den kommenden Monaten in China mit einer spürbaren Abschwächung der Wirtschaftsleistung. Schon jetzt sorgt die etwas schwächere Konjunktur für einen Rückgang beim Treibstoffverbrauch. China habe im Oktober zum ersten Mal seit 14 Monaten wieder mehr Diesel ausgeführt als eingeführt, sagte der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Das daraus resultierende Überangebot dürfte auf den Preisen für Ölprodukte lasten.“

Seit Juli ist der Preis für US-Öl von dem Rekordhoch knapp unter 150 Dollar um mehr als 60 Prozent eingebrochen. Als Reaktion auf den Preisverfall rechnen Experten mit einer weiteren Reaktion der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC). Der Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg erwartet, dass die OPEC die Fördermenge auf einem Sondertreffen Ende des Monats weiter senken wird.

Das Ölkartell dürfte dann voraussichtlich eine Million Barrel pro Tag weniger fördern, sagte Schallenberger. Auch wenn die weltweite Ölnachfrage wegen der Wirtschaftsflaute im kommenden Jahr sinken dürfte, ist sich der Experte sicher: „Zwischen Angebot und Nachfrage wird demnächst eine sehr große Lücke klaffen.“

Auch der Preis für OPEC-Rohöl ist zuletzt wieder gefallen. Ein Barrel aus den Fördergebieten des Kartells habe am Montag 47,96 Dollar gekostet, teilte das OPEC-Sekretariat am Dienstag in Wien mit. Das waren 1,13 Dollar weniger als am Freitag. Die OPEC berechnet ihren täglichen Durchschnittspreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Mitgliedsländer.

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