Rohstoffe
Ölpreis setzt Niedergang fort

Die Ölpreise sanken am Morgen weiter ab. Die Anleger blicken nervös nach Athen, wo um eine Koalition gerungen wird, und nach Madrid, wo heute eine Bankenreform ansteht.
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SingapurDie Ölpreise sind zum Wochenausklang weiter gesunken. Die Juni-Futures sanken damit an sieben von acht Handelstagen. Die anhaltenden Probleme in Griechenland und Spanien belasten weiter die Stimmung an den Märkten. Ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 111,90 Dollar. Das waren 83 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 1,07 Dollar auf 96,02 Dollar. US-Rohöl hat bereits acht Tagesverluste in Folge verzeichnet - die längste Negativserie seit mehr als zwei Jahren.

Beeinflusst wurde der Markt weiter von Sorgen über die schwierige Regierungsbildung in Griechenland und den Verbleib des hoch verschuldeten Landes in der Euro-Zone. Sozialistenchef Evangelos Venizelos will mit dem Vorsitzenden der Konservativen, Antonis Samaras, die Chancen für die Bildung einer pro-europäischen Regierung ausloten. Es wird jedoch befürchtet, dass Venizelos den Schulden-Deal mit Griechenlands Euro-Partnern neu verhandeln will.

Auch nach Spanien, wo am Freitag eine Bankenreform durch das Parlament gebracht werden sollte, blicken Anleger mit Skepsis. Die spanischen Banken sitzen auf Krediten von rund einer Billion Euro, die am maroden Immobiliensektor hängen, und brauchen deshalb dringend frisches Kapital als Risikopuffer.

In der kommenden Woche könnten die Notierungen weiter unter Druck stehen, da die Lagerbestandsdaten aus den USA erneut steigende Bestände anzeigen dürften, während wegen der europäischen Staatsschuldenkrise mit einer geringeren physischen Nachfrage nach dem Schwarzen Gold zu rechnen ist.

„Der Ausblick bleibt gemischt bis leicht negativ“, sagte Jonathan Barratt, Herausgeber des Rohstoff-Newsletters Barratt's Bulletin in Sydney. „Der Optimismus, den wir Ende 2011 hatten, ist langsam verschwunden. Wir sehen die Lagerbestände weiter steigen.“ Bereits in der vergangenen Woche waren die Lagerbestände nach Angaben des Energieministeriums um 3,7 Mill. Auf 379,5 Mill. Barrel und damit den höchsten Stand seit 1990 gestiegen.

Elf von Bloomberg News befragte Analysten sehen in einer Umfrage die Ölnotierungen weiter fallen, während neun Experten kaum veränderte Notierungen erwarten. Drei Analysten sagten steigende Preise voraus.

Gold verbilligte sich am Kassamarkt um 0,7 Prozent auf 1.583,51 Dollar je Unze. “Wenn die Märkte nervös werden, kaufen die Investoren Dollar und es wird für Gold schwierig, eine Rally zu starten”, sagte Jesper Dannesboe, Analyst bei der Société Générale SA in London.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg / Nachrichtenagentur

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