Rohstoffe
Ölpreis steigt auf 74 Dollar pro Fass

Spekulationen auf eine Senkung der Ölfördermengen durch die Opec haben den Ölpreis am Montag wieder steigen lassen. Auf längere Sicht rechnen die meisten Analysten aber mit fallenden Preisen.

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Die Ölpreise haben am Montag nach der Ankündigung einer Fördersenkung der Opec zugelegt. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November kostete im Mittagshandel 74,08 US-Dollar. Das waren 2,23 Dollar mehr als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte um 2,03 Dollar auf 71,63 Dollar. "Spekulationen auf eine deutliche Kürzung der Ölfördermenge bei der für Freitag außerplanmäßig einberufenen Opec-Sitzung geben dem Ölpreis derzeit Unterstützung", schreibt die Commerzbank. Die zunächst am Markt kolportierte Fördermengenkürzung um eine Million Barrel pro Tag könne mittlerweile als Untergrenze gelten. "Die vorzeitige Einberufung des Opec-Treffens macht deutlich, dass viele Opec-Mitglieder einen Ölpreis von 70 Dollar je Barrel als Schmerzgrenze ansehen", heißt es in der Studie.

In diesem Jahr hat sich der Ölpreis bereits nahezu halbiert. So kostete das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI mit rund 74 Dollar nur noch etwa halb so viel wie Mitte Juli, als der Preis ein Rekordhoch von 147 Dollar erreicht hatte. Gegenüber Freitag holte der Ölpreis fast drei Prozent auf. Das Fass Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 2,8 Prozent auf 71,52 Dollar.

Aufgrund des Nachfragerückgangs in den OECD-Ländern müsste die Produktionskürzung laut Commerzbank schon am oberen Ende der Erwartungen ausfallen, um einen erneuten Ölpreisrückgang unter 70 Dollar nach der Opec-Sitzung zu verhindern. Zudem schwäche sich in China die Nachfrage ab. So seien die chinesischen Einfuhren von Benzin und Diesel im September auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten und die Rohölverarbeitung auf den tiefsten Stand seit vier Monaten gesunken.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) ist am Freitag nach dem kräftigen Rückgang am Vortag wieder leicht gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl aus den Fördergebieten des Kartells kletterte im Vergleich zum Vortag um 0,48 US-Dollar auf 63,82 Dollar, teilte die Opec am Montag in Wien mit.

Die Opec berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis von 13 wichtigen Sorten der Organisation.

Die Deutsche Bank sagt für Ende nächsten Jahres einen Ölpreis von 50 Dollar je Barrel voraus. Es werde für die Opec schwierig, den Ölpreis zu verteidigen, wenn das Weltwirtschaftswachstum unter zwei Prozent liege, argumentieren die Analysten.

"Die Opec wird die Preise nicht zu hoch treiben wollen. Denn wenn die Preise zu stark steigen, könnte das eine mögliche Rezession noch verschlimmern", erklärte Toby Hassall, Chefanalyst von Commodity Warrents Australia.

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