Rohstoffe
Ölpreise fallen – Daten aus Japan schrecken Markt auf

Die Ölpreise sind am Mittwoch nach erschreckenden Daten aus Japan und Zurückhaltung vor den Rohöl-Lagerbeständen gefallen.

HB NEW YORK/LONDON/WIEN. Ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Mai kostet im Mittagshandel 52,63 US-Dollar und damit 1,35 Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sank um 1,26 Dollar auf 52,24 Dollar.

"Die Daten aus Japan - dem weltweit drittgrößten Ölkonsument - haben dem Markt einen gehörigen Schrecken eingejagt", sagte ein Händler. Japans Exporte sind im Februar um 50 Prozent eingebrochen und damit so stark wie noch nie. Nach Einschätzung von Ökonomen machen die Handelsdaten einmal mehr deutlich, wie stark sich die Krise auf das wesentlich von seinem Exportmotor abhängige Japan auswirkt. Zudem herrsche vor den am Nachmittag anstehenden Rohöl-Lagerbeständen Zurückhaltung. Die bereits am Dienstag bekannt gegebenen Daten des American Petroleum Institute (API) ließen bereits auf steigende Lagerbestände schließen, hieß es am Markt. Das belaste den Ölpreis ebenfalls.

Eugen Weinberg von der Commerzbank zufolge führte ebenfalls die anstehenden Lagerbestände als möglichen Belastungsfaktor für die Ölpreis an. "Der Markt rechnet bei Rohöl mit einem Lageraufbau um 1,1 Millionen Barrel. Nach den API-Daten bestehen nun Aufwärtsrisiken", schreibt der Rohstoffexperte in einer Studie.

Steigende Rohölimporte und Lagerbestände könnten Weinberg zufolge die positive Stimmung am Ölmarkt auf eine harte Probe stellen. Ein Preisrückgang bis in Richtung 50 Dollar könne davon begünstigt werden. Unterdessen könne der Rückgang der Rohölimporte in Japan einerseits ein Indiz für die Wirkungen der OPEC-Förderkürzung sein. Andererseits könne dieser Rückgang auch als Resultat einer schwachen Nachfrage angesehen werden.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) ist derweil weiter gestiegen. Nach Berechnung des OPEC-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel (159 Liter) am Dienstag 50,44 US-Dollar und damit 26 Cent mehr als am Montag.

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