Rohstoffe
Ölpreise fallen weiter

Die Ölpreise fallen. Vor allem die steigenden Rohölreserven in den USA belasten die Ölpreise. Saudi-Arabien fährt seine Produktion derzeit zurück, um ein mögliches Überangebot zu verhindern.
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SingapurDie Ölpreise sind am Freitag leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember kostete im asiatischen Handel 107,03 US-Dollar und veränderte sich damit kaum zum Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 25 Cent auf 97,10 Dollar. Seit Wochenbeginn ging es für den Kontrakt damit um 3,4 Prozent abwärts.

Auf Wochensicht steht der Terminkontrakt vor seinem höchsten Verlust seit vier Monaten. Belastend wirken sich Spekulationen aus, wonach die wachsende US-Rohölproduktion die Lagerbestände weiter anschwellen lassen wird.

Vor allem die steigenden Rohölreserven in den USA belasteten weiter die Ölpreise. Die Öl-Produktion der Vereinigten Staaten ist auf den höchsten Stand seit 1989 gestiegen, wie diese Woche bekannt gegeben wurde. Die Lagerbestände der weltgrößten Volkswirtschaft sind derzeit so hoch wie seit Juni nicht mehr. Saudi-Arabien, der weltgrößte Produzent, fährt derzeit die Produktion zurück, um ein mögliches Überangebot zu verhindern.

„Wenn die Lagerbestände hoch sind und der Trend noch höher zeigt, dürfte das belastend sein“, sagt David Lennox, Rohstoff-Analyst bei Fat Prophets in Sydney. „Hinzu kommt der starke Anstieg des eigenen Angebots der USA.“

Der Goldpreis ging auf dem Kassamarkt um 0,5 Prozent auf 1340,70 Dollar je Feinunze zurück. Anzeichen sprechen dafür, dass die Nachfrage aus Indien zurückgeht. Der weltgrößte Gold- Konsument hat die Importe des Edelmetalls begrenzt, um sein rekordhohes Leistungsbilanzdefizit zu begrenzen.

Auf Wochensicht hat sich Gold dennoch um rund 2,2 Prozent verteuert, aufgrund von Spekulationen, dass die USA ihre Anleihekäufe, die als potenziell inflationstreibend gelten, später zurückfahren werden.

Auch der Heizölpreis ist unter seinen Tiefstand vom Vorjahr gefallen. Für 100 Liter waren am Freitag 81,90 Euro zu bezahlen, wie aus den Preischarts verschiedener Internetportale hervorgeht. Damit hat der Heizölpreis wieder das Niveau von 2011 erreicht und unterschritten. Bereits im April und Juni dieses Jahres hatte er kurzfristig unter 82 Euro gelegen.

Der Heizölhandel rät vor diesem Hintergrund den Besitzern von Ölheizungen, sich jetzt für den Winter einzudecken. „Weiterhin ist das derzeitige Preisniveau für eine Winterbevorratung sehr attraktiv und liegt deutlich unter dem Durchschnittspreis der letzten 100 Tage in Höhe von 85,70 Euro je 100 Liter“, heißt es zum Beispiel auf dem Portal der Firma Tecson, einem Hersteller von Tankmesstechnik. Hintergrund der günstigeren Preise sind die fallenden Rohölpreise und ein zum Dollar starker Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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