Rohstoffe
Ölpreise fallen wieder

Anleger richten sich auf eine anhaltende Ölschwemme ein, nachdem Saudi-Arabiens Ölminister Ali Al-Naimi am Dienstag einen baldigen Rückgang der Fördermengen ausgeschlossen hatte.

SingapurDie Unsicherheit über das weitere Vorgehen der Öl-Großmächte Saudi-Arabien und Iran lässt den Preis für das „schwarze Gold“ in einem langjährigen Tief verharren. Am Mittwoch setzten die Ölpreise ihre Talfahrt vom Vortag fort.

Die Hoffnung auf eine Begrenzung der hohen Fördermenge an Rohöl - das weltweite Überangebot hat die Preise auch für Endprodukte wie Benzin und Heizöl in den Keller getrieben - habe einen Dämpfer bekommen, erklärten Händler. Dabei geht es vor allem um die weitere Strategie des Ölkartells Opec. Viele Handelssanktionen sind nach dem Ende des Streits um das Nuklearprogramm des Mitglieds Iran aufgehoben, das Land will nun mehr Öl exportieren. Zugleich rivalisieren die Saudis mit der Führung in Teheran um die Vorherrschaft in der Golf-Region.

Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 32,68 US-Dollar - 59 Cent weniger als am Dienstag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 95 Cent auf 30,92 Dollar. Damit ändert sich an der Entwicklung wenig, nachdem die Ölpreise in der vorigen Woche kurz etwas Auftrieb erhalten hatten. Insgesamt gaben sie seit Mitte 2014 um bis zu 70 Prozent nach.

Das erneute Abrutschen sei auf Äußerungen der Ölminister Saudi-Arabiens und des Irans zurückzuführen, hieß es aus dem Markt. Auf einem Branchentreffen in der US-Ölmetropole Houston hatte der saudische Minister Ali Al-Naimi Produktionskürzungen eine Absage erteilt. Er setze darauf, dass sich weitere Förderländer der Einigung auf das Einfrieren der Produktion auf dem Januar-Niveau anschließen werden - von einer aktiven Senkung der Menge war jedoch keine Rede.

Der Kampf gegen den Klimawandel sei außerdem eine „existenzielle Herausforderung“ für die Ölindustrie, betonte der Minister aus Riad. Das Problem Klimawandel müsse man über bessere Technologien lösen, nicht über den Verzicht auf die Förderung fossiler Energieträger. Saudi-Arabien ist der größte Rohölproduzent der Welt und versucht, seine Marktanteile auch über die schiere Menge zu verteidigen.

Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte zu der Fachkonferenz in Houston einen Bericht vorgelegt, demzufolge die Ölpreise bis 2021 wieder stark anziehen sollen. „Derzeit fallen die Investitionen im Energiesektor im gewaltigen Ausmaß“ sagte IEA-Chef Fatih Birol dem „Handelsblatt“. „Uns fehlen in Zukunft die Projekte, die Nachfrage zu befriedigen. Das wird zu nach oben schießenden Ölpreisen führen.“

Allerdings wird immer deutlicher, dass sich der Iran nicht an der von Russland und Saudi-Arabien angestrebten Begrenzung der Fördermenge beteiligen will. Der iranische Ölminister Bijan Namdar Zangeneh bezeichnete die Pläne als „unrealistische Forderung“. Auch die Börse in Frankfurt wurde von den erneut fallenden Ölpreisen am Mittwoch ins Minus gedrückt: Der Dax verlor bis zum Mittag 2,35 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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