Rohstoffe
Ölpreise im Höhenrausch

Obwohl der Ölpreis am Freitag verliert, ist er auf Kurs zu seiner fünften Woche in Folge mit Gewinnen. Das ist der längste Aufschwung seit mehr als vier Jahren. Und starke Rückschläge sind nicht zu erwarten.

Frankfurt am MainEinst hat Jack Kerouac in seinem Roman „On the Road“ (1959) das besondere Verhältnis der Amerikaner zu Roadtrips stilisiert. Und auch der Film „Easy Rider“ (1969) von und mit Dennis Hopper griff dieses besondere, freie Lebensgefühl auf, beschrieb die Sehnsucht der Amerikaner nach der Freiheit der Straße. Nun besinnen sich die Amerikaner dieses Lebensgefühls erneut. Im vergangenen Jahr fuhren sie mit 3,15 Billionen Meilen so viel wie seit 2007 nicht mehr. Und dieses Jahr könnten es noch mehr werden. Die Statistiker der EIA, das zum US-Energieministerium gehört, rechnen in diesem Sommer mit der stärksten „driving season“ aller Zeiten.

Das lässt die Nachfrage steigen, und zwar kräftig. 9,5 Millionen Barrel würden in diesem Sommer allein an Kraftstoffen gebraucht. Das wäre ein Rekordwert. Nicht zuletzt die Ölfirmen lauern geradezu auf die steigende Nachfrage. Denn geht sie nach oben, folgt ihr in aller Regel auch der Ölpreis.

Dieser befindet sich derzeit in einem regelrechten Rausch. Seit fünf Wochen steigen die Preise bei der Rohölsorte Brent. Das ist der längste Aufschwung seit 2012. Doch von damals zu heute gibt es einen immensen Unterschied: Damals kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Brent über 126 Dollar. Heute kostet dieselbe Menge 51,46 Dollar.

Am Freitag gibt der Preis zwar etwas nach. Mehr als ein Prozent ist der Rohstoff günstiger als am Vortag. Den positiven Wochentrend kehrt dies aber nicht um. Selbst wenn Brent bei 51 Dollar schließen würde, stünde immer noch ein Plus von 2,7 Prozent zu Buche.

Die Ausfälle in Kanada (Waldbrände), Nigeria (Anschläge auf die Ölinfrastruktur) und Venezuela (politisch instabile Lage) haben den Ölpreis seit seinem Tief Ende Januar um fast 90 Prozent in die Höhe treiben lassen. Im Mai sollen die Lieferausfälle laut EIA 3,6 Millionen Barrel betragen haben. Das hieße, dass die weltweite Nachfrage zu dieser Zeit größer war, als das Angebot am Markt. Schließlich wurde bis dato mit einem Überangebot von knapp 1,5 Millionen Barrel gerechnet. Kehrt nach den Waldbränden die Produktion aus Kanada allmählich zurück, dürfte das etwas Druck aus dem Markt nehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%