Rohstoffe
Ölpreise kurz vor 50-Dollar-Marke

Ein starker Rückgang der wöchentlichen US-Rohölbestände haben am Donnerstag die Ölpreise angeschoben. Am Abend näherte sich der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent sogar wieder der 50-Dollar-Marke.

TokioSpekulationen auf einen starken Rückgang der wöchentlichen US-Rohölbestände haben am Donnerstag die Ölpreise angeschoben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Nachmittag um fast vier Prozent auf bis zu 49,82 Dollar je Barrel (159 Liter). US-Leichtöl WTI kostete mit 47,32 Dollar vier Prozent mehr.

Bereits am Vormittag ließen Schätzungen des Branchenverbandes API die Preise Steigen. API schätzte, dass die US-Ölbestände um über 12 Millionen Fässer gesunken. Die offiziellen Zahlen des US-Energieministeriums (EIA) übertrafen dies sogar. Um 14,5 Millionen Barrel sanken die Bestände, wie die Behörde am Nachmittag bekannt gab. Daraufhin sprangen die Ölpreise deutlich nach oben. Zuletzt sanken die Bestände innerhalb einer Woche 1999 so stark, wie die EIA-Daten zeigten.

Als einen Grund für den starken Rückgang nannten Analysten den Rückgang der Importe in die USA. Diese seien um 1,7 Millionen Barrel pro Tag gefallen.

Seit rund zwei Jahren sind die US-Rohölbestände dank des Booms beim Schieferöl auf Rekordniveau. Einige Analysten vermuten, dass die Bestände in der letzten Woche wegen des Tropensturms „Hermine“ so stark gefallen sind. Viele Ölförderer hatten vorsorglich die Produktion eingestellt.

„Weiteren Preisauftrieb geben die chinesischen Rohölimporte, die im August mit gut 7,7 Mio. Barrel pro Tag wieder höher lagen als in den Vormonaten“, erklärten die Ölanalysten der Commerzbank.

Die Ölpreise sind seit Anfang August um fast ein Fünftel gestiegen. Angetrieben wurde die Verteuerung von Spekulationen über einen möglichen Öl-Deal der Opec. Die Mitgliedsstaaten der Organisation ölexportierender Staaten wollen sich Ende September am Rande des International Energy Forums treffen. Auf dem Gipfel kommen die wichtigsten Energieminister der Welt zusammen. Das schließt nicht nur die Opec-Staaten ein, sondern auch Länder wie Russland, China, Indien oder Südafrika.

Zuletzt hatten zu Beginn dieser Woche Spekulationen über ein Abkommen zwischen Russland und Saudi-Arabien den Ölpreis getrieben. Der russische und der saudische Energieminister hatten sich am Rande des G20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs im chinesischen Hangzhou auf stabilisierende Maßnahmen für den Ölmarkt geeinigt. Doch Hoffnungen der Produzenten auf ein Förderlimit wurden alsbald zunichte gemacht. Der saudische Energieminister Khalid Al-Falih erklärte kurz darauf, dass ein Förderlimit oder gar eine Kürzung der Produktion bei der aktuellen Marktsituation nicht nötig sei.

Saudi-Arabien und Russland sind mit jeweils mehr als zehn Millionen geförderten Barrel täglich die größten Produzenten der Welt. Saudi-Arabien steigerte jüngst seine Produktion auf Rekordniveau.

Der tägliche Bedarf liegt derzeit bei rund 97 Millionen Barrel. Noch wird etwas mehr Öl aus dem Boden gepumpt, als benötigt wird. Doch die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass das Verhältnis von Angebot und Nachfrage erstmals im dritten Quartal 2016 ausgeglichen sein könnte, spätestens aber bis Mitte 2017.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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