Rohstoffe
Ölpreise machen Boden gut

Die Ölpreise haben am Donnerstag Boden gutgemacht. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich auf 86,30 Dollar. Ein Grund könnten Informationen aus Saudi-Arabien von Insidern sein.
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Frankfurt/DubaiEin im September vermutlich gesunkenes Angebot aus Saudi-Arabien hat die Ölpreise angeschoben. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich am Donnerstag in der Spitze um knapp zwei Prozent auf 86,30 Dollar je Barrel (159 Liter), US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 81,89 Dollar 1,7 Prozent mehr. Auslöser der Käufe waren Aussagen von Insidern, wonach Saudi-Arabien im September trotz einer höheren Produktionsmenge dem Markt weniger Öl zur Verfügung gestellt hatte. Börsianer sprachen aber auch von einer technischen Reaktion. Am Vortag hatte ein überraschend starker Zuwachs der wöchentlichen US-Ölbestände die Preise belastet.

Das Wüstenkönigreich habe im September zwar mit 9,70 Millionen Barrel Öl täglich mehr gefördert als im August mit 9,597 Millionen Barrel, sagten Branchen-Insider. Aber die Menge, die den Markt erreicht habe, sei auf 9,36 Millionen Fässer von 9,688 Millionen Fässer im August geschrumpft. Gründe für die Entwicklung nannten die Insider nicht.

Die Ölpreise sind seit dem Sommer um rund 25 Prozent gefallen. In der vergangenen Woche hatte Brent ein Vier-Jahres-Tief von 82,60 Dollar erreicht. Vor allem aus Nordamerika fließt derzeit viel Öl auf die Märkte, so dass ein Überangebot besteht. Die Opec wird Ende November die Lage beraten. Förderkürzungen werden nicht erwartet, da viele Kartell-Mitglieder um ihre Marktanteile fürchten. Saudi-Arabien ließ vor kurzem die Marktteilnehmer wissen, dass es mit einem niedrigeren Preis leben kann. Daher wird derzeit kaum mit einer nachhaltigen Trendwende gerechnet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rohstoffe: Ölpreise machen Boden gut"

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  • Venezuela, Russland und die übrigen Schurkenstaaten, welche die Energierohstoffe als Druckmittel einsetzen, sollen endlich in ihre Schranken gewiesen werden.

    Eigentlich nicht.

    Wenn früher die OPEC die Quoten für die Förderung der einzelnen Länder festgelegt hat, gehörte immer Russland zu den Schurkenstaaten, die mehr förderten. Saudi Arabien reduzierte dabei oft ganz kräftig um den Ölpreis auf hohem Niveau zu halten.

    Deshalb verstehe ich die derzeitige Förderwut von S. A. nicht.

    Schönen Tag noch.

  • Venezuela, Russland und die übrigen Schurkenstaaten, welche die Energierohstoffe als Druckmittel einsetzen, sollen endlich in ihre Schranken gewiesen werden.

    Es bleibt zu hoffen, dass USA und Saudi Arabien künftig noch mehr Öl fördern, um bei besagten Staaten die Einnahmen aus Ölverkäufen merklich zu minimieren.

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